Heimatkreis Wollstein e.V.
                                                         Historischer Verein Wollstein und Umgebung

Über uns

Der politische Umbruch in Polen und die politische Wende in Deutschland - die Wiedervereinigung – haben es ermöglicht, Besuchsreisen nach Polen einfacher zu organisieren. Auch wurde es dadurch möglich, dass Organisationen der geflüchteten und heimatvertriebenen Deutschen ihre alte Heimat in geschlossenen Gruppen besuchen konnten.

Für die Menschen im Heimatkreis Wollstein e.V. (HKW) war erfreulich, die Heimat wieder zu entdecken. Zu schauen, wo haben wir gewohnt, wo habe ich die Schule besucht, wo sind wir zur Kirche gegangen, wo ist der Friedhof, auf dem Generationen von Vorfahren ruhen. Das „Wo“ war ein geflügeltes Wort. Und das „wo“ war auch das Suchwort für „Wo ist mein polnischer Nachbar geblieben? Treffe ich ihn noch an?“. Den ehemaligen polnischen Nachbarn wiederzusehen, war für viele Mitreisende ein großer Wunsch. Bei diesen Besuchen wurden wieder Kontakte geknüpft und sogar alte Freundschaften belebt.

 Aus diesen ersten Begegnungen in den 1990 er Jahren entwickelten sich Aktivitäten. In Wolsztyn (Wollstein) wurde gemeinsam mit der Stadt, dem HKW und unter finanzieller Beteiligung der „Deutsch-Polnischen Stiftung“ in Warschau das „Robert-Koch-Haus“ renoviert. Auf dem evangelischen Friedhof in Wolsztyn haben die Stadt und der HKW gemeinsam einen Gedenkstein gesetzt. Viele Dorffriedhöfe erhielten ebenfalls einen Gedenkstein. Die Kosten hierfür spendeten die evangelischen Deutschen Familien aus den Dörfern, die jetzt in Deutschland leben. Mitglieder der ehemaligen evangelischen Kirchengemeinde Wollstein haben für die Renovierung der evangelischen Kirche die Patenschaft für ein Kirchenfenster übernommen. Vorab gab es schon eine Spendenaktion für die neue Dacheindeckung. 

Gemeinsame Aktivitäten mit der Kommunalpolitik haben ebenfalls stattgefunden. In Wolsztyn wie im Kreis Uelzen, dort wo die Deutschen aus dem Kreise Wollstein 1945 gestrandet sind. Während der Weltausstellung im Jahre 2000 trafen sich Vertreter des HKW und der Kommunalpolitik aus Wolsztyn im polnischen Pavillon zur gemeinsamen Besichtigung. Weitere gemeinsame Einladungen in Wolsztyn und Uelzen vertieften die Kontakte.

Polnische Bauern waren zu einer mehrtägigen Studienfahrt „Landwirtschaft“ in den Kreis Uelzen gekommen. Deutsche Bauern haben ihrerseits einen Gegenbesuch in Wolsztyn durchgeführt, um die dortige Landwirtschaft kennenzulernen. Eine Studienfahrt von Handwerkern konnte ebenfalls in Wolsztyn Informationen und Hintergrundwissen zum polnischen Handwerk sammeln.

Im Jahre 2017 haben wir mit dem Lyzeum in Wolsztyn einen Schüleraustausch begonnen. Er war sehr spannend und informativ. Die deutschen und polnischen Schüler möchten den Austausch in Polen fortsetzen.

Anlässlich der Feierlichkeiten zur Reformation im Jahre 2017 veranstaltete die „Kath. Gesellschaft in Wolsztyn –Civitas Christiana“ eine Tagung über die evangelischen Friedhöfe in Polen, insbesondere über die Friedhöfe von Wolsztyn und Umgebung. Auch der „Heimatkreis Wollstein e.V.“ war hierzu eingeladen und mehrere Heimatfreunde haben daran teilgenommen. Diese gemeinsame Tagung war ein weiterer Meilenstein in unseren guten Beziehungen.

Wir freuen uns, dass auch solche Themen heute in Polen gemeinsam behandelt werden. Zeigt es doch Offenheit und Vielfalt zur Erforschung der gemeinsamen Geschichte, die wir in dieser Region hatten.

Der „Heimatkreis Wollstein e.V.“ freut sich über die Vielfalt der Aktivitäten zu den verschiedenen gesellschaftlichen und geschichtlichen Themen. Und wir hoffen, dass die Verständigung im ruhigen sachlichen Miteinander weitergeführt werden kann. Die geschichtliche Wahrheit muss hierzu beitragen. Wir dürfen sie nicht verleugnen.

Nur so kann Vertrauen und Versöhnung entstehen. Wir werden daran mitarbeiten.

 

Horst Eckert Vorsitzender des Heimatkreises Wollstein e.V.