Heimatkreis Wollstein e.V.
                                                         Historischer Verein Wollstein und Umgebung

 

 

  Wollsteiner Zeitung 1 / 2019   


 Heimattreffen des Heimatkreises Wollstein e.V. und Neutomischel

Das 73. Heimattreffen des Heimatkreises Wollstein und Neutomischel am 06.10.2018 war gut besucht – ca. 107 Teilnehmer konnte der Vorsitzende Horst Eckert in der „Deutschen Eiche“ in Uelzen –Veerßen willkommen heißen. Weite Wege haben die Heimatfreunde mit dem Auto oder der Bahn auf sich genommen, um dabei zu sein. Sie wollten alte Heimatfreunde treffen, sich wiedersehen, aus alter Zeit erzählen oder aus der neuen Zeit berichten, gemeinsame Geschichte vertiefen und die alte Nachbarschaft festigen. Für die Jüngeren ist das Zuhören wieder gefragt. Die Teilnehmer der Wollsteinfahrten haben viele Fragen an die ältere Generation.

Auch die Neutomischler unter Leitung von Frau Braband waren in stattlicher Zahl angereist.

Als Vertreter des Patenkreises hat Herr Landrat Dr. Blume teilgenommen. Er überbrachte die Grüße des Kreises Uelzen, berichtete über seine positiven Eindrücke seiner Fahrt im Mai 2018 nach Wollstein und die dort gemachten Erfahrungen. „Es wird nicht die letzte Fahrt gewesen sein“ stellte Landrat Dr. Blume fest.

Der „Wollsteiner Posaunenchor“ – unter der Leitung von Frau Gudrun Backeberg (Giering/Neu Borui)- begleitete musikalisch die Feierstunde und die Teilnehmer beim Singen der Lieder.

Zur Totenehrung unserer verstorbenen Heimatfreunde aus dem Kreise Wollstein und Neutomischel hat unser Vorstandsmitglied Klaus-Dieter Stein die Namen verlesen.

In einem heimatgeschichtlichen Vortrag zeigte der Vorsitzende die militärische Situation (Grenzkämpfe) im Dezember 1918, im Januar und Februar 1919 auf, die in der Teilung des Kreises Bomst in „Restkreis Bomst (Altreich)“ und „Kreis Wollstein (Powiat Wolsztyn) in Polen“ endete. 

Mit der Nationalhymne beendeten wir den offiziellen Teil. Es folgte die Kaffeepause mit regen Gesprächen, Begegnungen, Wiedersehen und dem Besuch des Büchertisches mit heimatlicher Literatur, bis um 1800 Uhr das beliebte Grützwurstessen mit 69 Teilnehmern begann.

Das Heimattreffen endete am Sonntag, dem 07.10.2018 im Handwerksmuseum Suhlendorf mit einem Besuch der Wollsteiner Heimatstube.   Das 74. Heimattreffen ist bereits auf den 05.10. 2019 festgelegt. H.E


Adventsfeier Heimatkreis Wollstein e.V.

Unsere Adventsfeier am 09.12.2018 im Hotel „Deutsche Eiche“ in Uelzen-Veerßen war erfreulich gut besucht. Wir konnten uns über 110 Besucher freuen – mehr als beim Heimattreffen. Sie waren nicht nur aus dem Kreis Uelzen angereist. Sie kamen u.a. aus Hamburg, Wolfsburg, den Kreisen Gifhorn, Lüchow-Dannenberg und Soltau.

Als Gäste begrüßte der Vorsitzende Horst Eckert Herrn Bürgermeister Jürgen Markwardt von der Stadt Uelzen und den ehemaligen Landrat des Kreises Uelzen, Herrn Dr. Theodor Elster.

Nach der Begrüßung führte der Vorsitzende Horst Eckert seine Gedanken in die Zeit nach 1945 zurück und schilderte die Zeit des Weihnachtsfestes vor allem die ersten Jahre nach Flucht und Vertreibung.

Bürgermeister Jürgen Markwardt überbrachte die Grußworte der Stadt Uelzen und trug eine kleine, selbst erlebte, Weihnachtsgeschichte vor, die mit viel Beifall belohnt wurde.

Die traditionelle adventliche Ansprache hatte Pastor Wyrwa von der St. Marienkirche zu Uelzen übernommen.

Beim Singen der Adventslieder hat der „Wollsteiner Posaunenchor“ unter der Leitung von Frau Gudrun Backeberg (Giering/Neu Borui), die Sänger tatkräftig unterstützt. Frau Renate Eckert (Jaensch/Rakwitz) und Frau Anne Tissler (Adam/Goile) bereicherten das Programm mit einem Gedicht und einer kleinen adventlichen Geschichte.

Mit reichlich Kaffee und Kuchen und lebhaften Gesprächen begann die Kaffeepause.

Anschließend hielt der Vorsitzende einen heimatgeschichtlichen Vortrag über die Situation der deutschen Christen nach der Angliederung an Polen im Jahre 1920 in den evangelischen Kirchenkreisen Wollstein und Neutomischel. In diesen Kirchenkreisen gab es die Evangelisch unierte Kirche, die Altlutheraner und natürlich auch Deutsche Katholiken, die jedoch auf die polnisch-katholische Gemeinde angewiesen waren. Alle Kirchengemeinden hatten nach der Bestätigung der polnischen West-Grenze den Abwanderungsverlust von Kirchenmitgliedern und Pastoren zu verkraften.

Traditionell sangen die Teilnehmer zum Abschluss der gelungenen Feier unter Begleitung des Posaunenchores stehend das Weihnachtslied „O Du fröhliche ..“.Die eingesammelte Kollekte dient zum Unterhalt der Wollsteiner Heimatstube im Handwerksmuseum Suhlendorf, für die der Heimatkreis finanzielle Mittel aufbringen muss. H.E. 

Preisschießen in Suhlendorf

Wir waren wieder erfolgreich beim Preisschießen des Schützenvereins in Suhlendorf am 01.12.2018. Unsere Teilnehmer haben nicht nur gute Plätze erreicht, sondern waren auch die stärkste Mannschaft auf dem Schießstand im Saal des Gasthauses „Wöbse“. Geschossen wurde mit dem Luftgewehr auf Distanz von 10 Metern. Die Wollsteiner Teilnehmer lagen mit ihren Plätzen gut in der ersten Hälfte der gesamten Teilnehmer. Innerhalb der 11 Wollsteiner Schützen belegte Anita Rietzke Bad Bevensen (Muster/Neu Borui) den 1. Platz. Platz 2 sicherte sich Siegfried Mader Jelmstorf (Paulswiese) und Platz 3 ging an Arnold Schüler aus Oetzen (Scharke/Hohenbrück). Alle Schützen gewannen einen Fleischpreis.

Beim anschließenden Knobel- und Skatturnier waren ebenfalls Fleischpreise ausgelobt. Insgesamt war der Heimatkreis mit 14 Teilnehmern dabei. H.E. 

Treck-Erinnerungsfrühstück

Zum Frühstück am 16.02.2019 um 09.30 Uhr konnte der Vorsitzende Horst Eckert 75 Heimatfreunde und Gäste begrüßen. Der Vorstand hat sich über diese Teilnehmerzahl sehr gefreut und hofft weiter auf guten Zuspruch. Werner Gierke (Neu Borui) hatte wieder die Organisation wie in den Vorjahren.

Eingeladen zu einem Vortrag war vom HKW Frau Dr. Böttcher vom Stadtarchiv der Stadt Uelzen. In einem spannenden Vortrag hat sie zur Geschichte des Notaufnahmelagers „Bohldamm“ in Uelzen vorgetragen, welches im Jahre 1945 durch die englischen Besatzungstruppen mit 4 Holzbaracken und 300 Zelten eingerichtet wurde. Bis zur Schließung im Jahre 1963 war das Lager ein kleiner Stadtteil mit Baracken, festen Häusern und 460 Arbeitsplätzen gewachsen. Rund 2,1 Millionen Vertriebene, SBZ-Flüchtlinge und Aussiedler sind durch persönliche Anwesenheit im Lager aufgenommen worden. Das Notaufnahmeverfahren haben mehr als 4 Millionen Menschen durch die Lagerverwaltung erfahren. Da die Wollsteiner vor der Errichtung des Lagers in den Kreis Uelzen kamen, gab es im Notaufnahmeverfahren Wollsteiner nur in geringer Zahl.

Nach dem interessanten Vortrag informierte der Vorsitzende in einem heimatgeschichtlichen Vortrag über das Banken- und Sparkassenwesen im dem Kreis Wollstein nach 1919, das sich überwiegend über die deutsche „Wollsteiner Westbank“ (Geno-Bank) mit ihren Filialen und den deutschen Ein- und Verkaufsgenossenschaften im Kreis Wollstein getätigt wurde..

Bei guter Stimmung endete das Frühstück um 12.30 Uhr. Das Mittagessen fiel aus. H.E. 

Neues aus Wollstein Kommunalwahlen in Wollstein Der neue Starost (Landrat) heißt Jacek Skrobisz (vorher Vertreter von Starost Kurp). Bürgermeister in Wollstein bleibt Wojtek Lis (70 Prozent der Stimmen),in Siedlec (Scheltz) keine Änderung) in Priment neuer Wojt ist der ehemalige Starost von Wolsztyn, Frackowiak.

Kallmann-Ausstellung in Wollstein im Robert-Koch-Museum. Hier im Gebäude hat Kallman, dessen Vater hier Kreisarzt war, die ersten Jahre seiner Kindheit verlebt. Im Jahre 1919 wurde die Familie ausgewiesen. Es ist der Stadt Wollstein gelungen, vom 13.06. – 20.08.2018 von Kallmann 19 Bilder auszustellen. Auch das Bild von Papst Johannes dem XXIII war dabei. Die Stadt Ismaning war bei der Eröffnung durch den Bürgermeister vertreten. Das Kallmann-Museum finden Sie in Ismaning in der Schloßstr. 3 b. Dort findet der Besucher Bilder von Kallmann und Wechselausstellungen von anderen Künstlern. 

Altes aus Wollstein und Umgebung

Wollsteiner Zeitung berichtet am 03.10.1889:

Der Männergesangverein Wollstein, gegründet am 07.09.1861 von Kantor Nowitzki, veranstaltete am 29.09.1889 in Röseler‘schen Saale eine Feier. (vor 130 Jahren!)

Das Kreisblatt des Bomster Kreises

Das Schlachthaus in Wollstein wurde am 09.01.1899 eröffnet. Bereits am 08.01.1899 nachmittags wird es an die Fleischermeister in Gegenwart des Magistrates (heute Verwaltungs-Ausschuss), des Stadtverordneten- Kollegiums (Ratsmitglieder) und Gästen übergeben. Um 07.00 Uhr (19.00 Uhr) Festessen im Bussse’schen Saal. (vor 120 Jahren)

Wollsteiner Zeitung berichtet im Jahre 1900 über die Feier des Männerturnvereins zum 37.-jährigen Vereinsjubiläums -gegründet 1863.(TVU Uelzen 1860- MTV Bad Bevensen 1861)

Generalversammlung des Kriegervereins Rothenburg an der Obra

Rothenburg an der Obra. Der hiesige Kriegerverein hielt am vergangenen Sonntag im städtischen Gasthofe seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Bürgermeister Lieck, eröffnete diese mit einem Kaiserhoch. In den Vorstand wurden wiedergewählt: Vorsitzender Bürgermeister Lieck, stellvertretender Vorsitzender Eigentümer Krause, Schriftführer Kaufmann Rielke, stellver. Bauunternehmer Hahn, Rendant Töpfermeister Herkt, stellver. Ackerbürger Kernchen, Beisitzer Fleischermeister Bederke und Kaufmann Raschke.

Der Verein zählt 113 Mitglieder. Verstorben sind im vergangenen Jahre 2, Zugang 5. Den Hinterbliebenen jedes verstorbenen Kameraden wurden 60 Mark Begräbnisbeihilfe gewährt. Die Einnahme des Vereins betrug im vergangenen Jahre 558,23 Mark, die Ausgabe 543,19 Mark so daß ein Bestand von 15,04 Mark übrigblieb. Die Feier des Geburtstages S. Majestät wird in der üblichen Weise durch Zapfenstreich, Wecken, Kirchgang mit anschließendem Frühschoppen und Ball gefeiert. Rothenburg an der Obra im Januar 1911. (Schreibweise original) Veröffentlicht in Vergangenheit | Leave a Comment » (vor 108 Jahren)   

Wollsteinfahrt 2018

Bei wunderschönem Wetter begann die Fahrt für 38 Heimatfreunde nach Wollstein. Über die Dömitzer Elbbrücke, Berlin, Frankfurt/Oder fuhren wir Richtung Wollstein. Während der Fahrt gab es immer wieder interessante Berichte über historische Stätten sowie Treckverläufe unserer Eltern und Großeltern. Im Kreis Wollstein – heute Wolsztyn – angekommen, war der erste Halt am evangelischen Friedhof Paulswiese. Hier legten wir Blumen nieder und nach einem Gebet ging es über Deutsch Zodien ins Hotel nach Wollstein.

Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, gab es Kaffee und Kuchen. Danach gingen wir in die Stadt, tauschten Geld (unser ehemaliger Kantor war leider verstorben) und trafen uns später in der evangelischen Kirche. Die Kirche ist ein Schinkelbau mit einer Orgel aus Zülichau. 1843 schlug ein Blitz in den Kirchturm ein. Die Stelle ist noch mit einem Vermerk gekennzeichnet. Die Uhr wurde 2 x generalüberholt. Im Jahre 1907 vom Uhrmachermeister Henschke aus Wollstein und Uhrmachermeister Sigmund Repinski im Jahre 2001, der Vater von Agniszka. Sie war uns auch in diesem Jahr wieder eine sehr große Hilfe, Vielen Dank dafür. Ein gemeinsames Abendessen beendete unseren ersten schönen Tag.

Am nächsten Tag ging es nach einem sehr guten Frühstück fröhlich in den Ost- und Nordkreis. Zuerst ging es nach Rothenburg. Der Ort wurde 1748 als Hauländerdorf gegründet und erhielt 1758 Stadtrecht. 90% der Einwohner waren Deutsche. Die evangelische Kirche wurde 1866 erbaut und das alte Rathaus auf dem Markt ist heute Museum. In der kirchlichen Arbeit hat Frau Irmgard Adam aus Goile viel für die evangelische Jugendarbeit getan.

Über Rothenburg erreichten wir die Stadt Rakwitz , die als Stadt 1668 für evangelische Siedler gegründet wurde.. Hier hatte Robert Koch seine erste Praxis, bevor er nach Wollstein zog. Bei einem kleinen Rundgang konnten wir die alten Laubenhäuser besichtigen, die hier gebaut wurden, da viele der Stadtgründer aus Schlesisch Freistadt kamen. Zu besichtigen gab es die evangelische Fachwerkkirche, die seit 1974 als Feuerwehrmuseum genutzt wird und den Gedenkstein am evangelischen Friedhof.

Weiter ging die Fahrt über Wioska (Schliefenwalde) vorbei am Gut der Gräfin von Schlieffen, die sich um die Deutsche Volksgruppe im Kreis Wollstein verdient gemacht hat, nicht flüchtete und im Milizgefängnis in Posen verstorben ist. Weiter durch das Kirchdorf Jablone nach Kirchplatz Borui. Kirchplatz Borui war das Zentrum der Hauländereien. Die Kirche wurde 1777 als Fachwerkbau errichtet. Vorher mussten alle Christen nach Klastawe reisen. Die Kirche wurde nach 1945 umgebaut und wird z.Zt. renoviert.

Über Hammer mit den vielen giebelständigen Häusern, Blumerhauland, Neugrade, Wolfsau und Karpitzko erreichten wir Wollstein.

Am Nachmittag machten wir einen Stadtrundgang, besichtigten das Robert-Koch-Museum und konnten bei einem Einkaufsbummel unser Geld umsetzen.

Zum Abendessen kamen als Gäste der Bürgermeister Herr Lis, der katholische Probst Herr Maychrzak und Angnieschka Repinska mit Ihrer Mutter. Auch der Landrat aus dem Landkreis Uelzen, Herr Dr. Blume, war anwesend. Der Heimatkreis hatte ihn zu dieser Fahrt eingeladen. Er zeigte sich sehr beeindruckt und hat versprochen, nochmal mitzufahren.

Am Samstagvormittag fand die Preisverleihung der Arbeiten der Schüler aus dem in Medingen stattgefundenen Schüleraustausch statt. Es war eine feierliche Veranstaltung. Zu unserem Erstaunen und großer Freude, in deutscher Sprache mit und polnischer Übersetzung. Die Lehrer hatten ihren Schülern zur Aufgabe gemacht, die deutsch-polnische Geschichte ihrer Dörfer und Familien zu erforschen.

Nach dem Mittagessen ging es in den Südkreis. Wir fuhren Richtung Obra und Schwenten. Ab dem Ort Obra ging es durch die Obrawiesen (Bruch) mit wunderschönen landschaftlichen Ausblicken direkt nach Mauche. Hier lebten die Vorfahren von Herrn Dr. Sprungala.

In Fehlen besichtigten wir die katholische Kreuzkirche/Pilgerkirche und den neben der Kirche befindlichen großen Pilgerplatz. Im Sommer gibt es hierher eine große Pilgerfahrt der polnischen Bauern. Der Pfarrer ließ sich entschuldigen, sandte uns aber Gottes Segen. Die Kirche wurde durch die Zisterzienser aus Priment in den Jahren 1731-1742 erbaut.

In Ölpoche machten wir die ersehnte Kaffeepause und genossen die Seenlandschaft. Hier im Primenter See befindet sich die Maiglöckcheninsel, früher ein beliebtes Ausflugsziel der Schulen, u.a. auch der deutschen Privatschule in Wollstein. Heute ist die Insel ein streng geschütztes Reservat, das nicht betreten werden darf, um die Vegetation der Maiglöckchen nicht zu stören. Zurück fuhren wir über Maiglöckchendorf (Radomierz), Priment - vorbei am ehemaligen Zisterzienserkloster - über Mauche und Widziem (dem Geburtsort von Herrn Stein) nach Wollstein.

Glücklich über eine gelungene Fahrt kamen wir am Sonntag, mit vielen neuen Eindrücken und interessanten Gesprächen, wieder in Uelzen an.

Vielen Dank an alle helfenden Hände, die diese Fahrt wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. (Schobert/Fabian)


Die Veränderungen in den evangelischen Kirchenkreisen des Kreises Bomst/Wollstein und Neutomischel nach 1918

Der Kreis Bomst wurde auf Grund des Versailler Friedensvertrag geteilt. Seine ursprüngliche Größe im Jahre 1910 war 1.036 Quadratkilometer, in dem 61.219 Einwohner lebten.

Nach der Teilung 1919 verblieben beim Kreis Bomst 281,95 qkm und nach der Volkszählung von 1908 insgesamt 13.290 Einwohner. Anschließend hieß der Kreis Bomst „Restkreis Bomst“ und gehörte zu Deutschland, zum Altreich.

Der größere Teil des Kreises Bomst kam an den neu entstandenen Staat Polen mit 755,05 qkm und 47.939 Einwohnern.

Aus den an Polen abgetretenen Teil bildete die polnische Verwaltung den Kreis Wollstein –

Wolsztyn. Der Sitz der Kreisverwaltung war vor der Teilung in Wollstein und verblieb dort.   

Bei uns war es ein geflügeltes Wort: Evangelisch gleich Deutsch -katholisch gleich Polnisch. Das war falsch und ist falsch. An den Zahlen merken sie es gleich.

Im Restkreis Bomst gab es 13.290 Einwohner. Hiervon waren

-      6.198 evangelische Deutsche, davon 177 evangelische Wenden in Chwalim

-      3.588 katholische Deutsche und 3.495 katholische Polen

-      5 evangelische Polen und 34 Juden

Das ergibt

-      9.786 Deutsche 
-      3.500 Polen
-           34 Juden
  13.320 weicht um 30 ab.

 

Für den neu gebildeten Kreis Wollstein in Polen verbleiben 47.899 Einwohner auf 755,05 qkm Kreisfläche. Hiervon sind

-      16.010 evangelische Deutsche – davon ca. 450 Altlutheraner

-      31.466 Katholiken – der deutsche kath. Anteil war nicht zuermitteln

47.476 Gesamt

 

Aus diesen territorialen und politischen Veränderungen ergaben sich nun erhebliche Umstellungen für die Deutschen im Restkreis Bomst und vor allem im neuen Krs. Wollstein/Wolsztyn. Nicht nur, dass die Deutschen plötzlich in Polen lebten. Viele Probleme waren entstanden:

-      in der Verwaltung wurde die Amtssprache polnisch

-      viele Deutsche optierten für Deutschland und wanderten ab

-     die Schulen wurden überwiegend in polnischer Sprache weitergeführt. Nur wenige Schulen mit deutscher Sprache blieben erhalten. Für 1939 war von der polnischen Verwaltung geplant, die letzte deutsche Schule zu schließen. Bis 1919 gab es im Grundschulbereich für evangelische und katholische Kinder jeweils mehr als 80 Schulen. Nur 2 Schulen wurden von evangelischen wie auch katholischen Schülern im Kreis Wollstein besucht (Simultanschule).

-      Die deutschen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes bei Bahn – Post -Stadt- und Kreisverwaltung verließen den Kreis

-      deutsche Lehrer verließen die noch deutschen Schulen

-      junge Leute, insbesondere Männer, verließen den Kreis, weil sie nicht zum polnischen Militär wollten und wegen mangelnder Arbeitsmöglichkeit

-      auch Pastoren verließen ihre Gemeinde und gingen nach Deutschland

-      Kirchengemeinden verloren durch die neu gezogene Staatsgrenze Gemeindeglieder, sie wanderten aus oder gingen über die grüne Grenze

-      die Kirchenkreise Wollstein bzw. Neutomischel hatten ganze oder teilweise Kirchengemeinden verloren.

-      Gewerbetreibende (Handwerker, Kaufleute, Händler, selbständige Berufe) verloren ihre Kundschaft

 

Da die Kirchenkreise nicht immer identisch mit den Landkreisen waren, gab es im Kreise Bomst die Kirchenkreise Wollstein, Neutomischel und Karge-Unruhstadt.

 

Zum Kirchenkreis Wollstein gehörten nach 1919 sieben Kirchengemeinden aus dem Krs. Wollstein und 5 Kirchengemeinden aus dem Kreis Neutomischel. Es waren dies

-      Altkloster – betreut aus Wollstein

-      Jablone    - 1925-1927 und 1933-1939 Vakanz und Vikariat verw.

-      Kirchplatz Borui      - Vakanz im Jahre 1923

-      Kopnitz                      - betreut ab 1929 aus Wollstein

-      Rakwitz mit Filiale Wielichowo

-      Rothenburg/Obra        -1929 bis 1935 Vakanz/von Rakwitz verw. oder Vikariat

-      Teichrode                    - Vakanz im Jahre 1925          

Aus dem Kreise Neutomischel

-      Buk, Kreis NT              - betreut. Grätz

-      Grätz – Pastor Paul Rudolf wurde 1939 ermordet       

-      Konkolewo, Kreis NT   - Vakanz ab 1916 Betreuung von  Kirchplatz und Sontop

-      Kuschlin Kreis NT         - Vikarisch verwaltet 1937 – 1939

-      Opalenitza Kreis NT      - Vakanz ab 1938 verwaltet. von Wronke

 

Der Kirchenkreis Neutomischel hatte 6 Kirchengemeinden. Aus dem Kreis Wollstein gehörte die Kirchengemeinde Kopnitz dazu. Verwaltet wurde Kopnitz jedoch von Wollstein.

 

Anmerkung:Das Konsistorium in Posen hat keine Kirchengemeinden aufgelöst, sie blieben erhalten, doch sie waren nicht mehr alle mit einem Pastor besetzt. Altkoster und Kopnitz wurden z.B. nicht mehr besetzt und von Wollstein verwaltet. Bei anderen Kirchengemeinden waren lange Vakanz-Zeiten oder vorübergehend mit einem Vikar besetzt. Z.B. hatte Rothenburg a.d.Obra eine lange Vakanz-Zeit von 1929 – 1935 und wurde mit 1.300 Gemeindegliedern von Rakwitz mit 1.650 Seelen verwaltet.

 

Superintendent in Wollstein war ab 1888 Pastor Gustav Lierse. Er verstarb im Jahre 1922 nach 34 Jahren Dienstzeit als Superintendent im Kirchenkreis Wollstein.

Da ein Superintendent den Status eines leitenden Beamten hatte, hätte der polnische Staat im Jahre 1922 bei der Wiederbesetzung ein Mitspracherecht. Um eine Konfrontation zu vermeiden, löste das Konsistorium in Posen das Problem mit einer Angliederung an den Kirchenkreis Neutomischel. Aus finanziellen und personellen Gründen war das die richtige Entscheidung. Superintendent in Neutomischel war von 1909 – 1939 Pastor Georg Reisel. Im September 1939 wurde Reisel von polnischen Behörden verhaftet und musste im September 1939 am Verschleppungsmarsch teilnehmen. Am 27. 09.1939 ist er an den erlittenen Folgen im Diakonissenkrankenhaus in Posen verstorben. Nachfolger von Reisel wurde 1939 – 1945 Pastor Päschke aus Kobylin aus dem Kirchenkreis Krotoschin.

Aus dem Kreis Wollstein hat Pastor Schulz aus Rakwitz an diesem Verschleppungsmarsch auch teilnehmen müssen.

 

Der Kirchenkreis Wollstein verlor nach 1919 die Kirchengemeinde Schwenten, da Schwenten als Freistaat beim Altreich verblieb. Schwenten wurde in der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen dem Kirchenkreis Karge-Unruhstadt zugeteilt. Hierzu gehörte auch die Stadt Bomst und die Stadt Unruhstadt selbst.

 

Die evangelische Kirchengemeinde Altkloster wie auch Kopnitz haben durch Verbleib einiger Dörfer in der Grenzmark Posen/Westpreußen viele Kirchenmitglieder verloren. Letzter Pastor in Altkloster von 1921 – 1923 war Johannes Kasten. Er wurde von polnischen Behörden 1923 ausgewiesen. Die Begründung hierfür war, dass er ein „lästiges Individuum“ ist und daher Polen verlassen muss. PIn Kopnitz amtierte Pastor Otto von 1900 – 1927. Er war in der Gemeinde ein geschätzter Pastor, der jedoch sein Andenken als Pastor vor Ort zu damaliger Zeit arg beschädigt hat. Er hat ein Wohngebäude neben der Pfarre, das ihm gehörte, an einen Polen verkauft.

Nachfolger in der Kopnitzer evangelischen Gemeinde wurde der im Ruhestand befindliche Pastor Gerhard Heinrich aus Gramsdorf aus dem Kirchenkreis Obornik. Er verwaltete das Amt von 1927 bis 1929. Doch bereits 14.12 1929 verstarb Pastor Heinrich.

 

Da beide Kirchspiele durch die Grenzziehung Gemeindeglieder verloren haben und Ansiedler abgewandert waren – Altkloster mit Silz – Hauland. hatte noch 450 und Kopnitz 290 Gemeindeglieder – wurden die beiden Pfarreien aus Personalmangel und finanziellen Gründen nicht wieder besetzt. Für Altkloster kam noch erschwerend hinzu, dass dort eine Kirche – erbaut 1911 – und in Silz-Hld. eine Kirche - erbaut 1908 - stand, die von der Gemeinde unterhalten werden musste. Die Kirche in Altkloster war erbaut von der Ansiedlungskommission für die Ansiedler, die nach 1919 Ihre Höfe wieder verlassen haben bzw. verlassen mussten.

Beide Gemeinden – Altkloster und Kopnitz -wurden anschließend von Wollstein betreut.

 

Weil Wollstein eine Superintendentur hatte, gab es eine 2. Pastorenstelle, die von 1921 – 1922 von Pastor Ernst Lesche versehen wurde Er ging 1922 in den Ruhestand. Die Stelle des Superintendenten blieb ab 1923 unbesetzt. Im Jahre 1925 kam Pastor Alfred Engel, den wir von den Erzählungen unserer Eltern kennen. Er bekam die 1. Pastorenstelle. Die 2. Stelle war mit Pastor Lorenz Bertheau ab 1922 besetzt, der 1925 aus Polen ausgewiesen wurde, weil er nicht die polnische Staatsbürgerschaft annehmen wollte. Ein Verbleib auf der Stelle wäre jedoch möglich gewesen mit einem deutschen Pass und einem polnischen Visa, wenn es die polnischen Behörden gewollt hätten.

Der Generalsuperintendent D. Paul Blau der ev. unierten Kirche in Posen, war Deutscher mit einem deutschen Pass und einem polnischen Visa, das ihm immer gewährt wurde – bis 1939. Diese polnische Behördenentscheidung war sicher eine politische Entscheidung.

 

Anmerkung: es gab am 01.01.1939 in der damaligen Provinz Posen 228 Kirchengemeinden. Dafür waren ca. 121 Pfarrer, Pfarrdiakone und Vikare zuständig. Im Jahre 1944 waren es 177. Also 55 mehr, die aus dem Umkreis der Umsiedler, u. a. aus dem Baltikum, kamen. 

 

Gehen musste auch Pastor Bruno Drechsler, der 2. Pastor in Wollstein von 1893 – 1919 war. Er wurde 1919 mit mehreren Bürgern aus Wollstein im Lager Szczypiorno an der Grenze zu Russisch-Polen interniert und vom Konsistorium in Posen als Lagerpastor eingesetzt. Hier waren u.a. der Eisenkaufmann Bruno Schulz aus Wollstein und der deutsche Lehrer Vater aus Karpitzko ebenfalls interniert.

 

Im Jahre 1925 musste der seit 1918 in Rakwitz tätige Pastor Hermann Löffler die Pfarrstelle verlassen, weil er während des 1. Weltkrieges Militärpfarrer war. Im Jahre 1926 kam als Nachfolger Pastor Karl Schulz, der auch viele Jahre in der Gemeinde Rothenburg/Obra Vertretungen machte und in Wielichowo die Filialgemeinde betreuen musste.

 

Nicht nur im Bereich der Pastoren gab es Veränderungen. Das kirchliche Leben hat erhebliche Einschnitte erlebt. Die neu durchorganisierte Struktur der Kirchenverwaltung, die Konfirmandenunterrichte, Bibelkreise, Jugendarbeit und vor allem die aufgetretenen Vakanzen mussten personell bewältigt werden.

Die Gemeinde schickte Laien auf Lehrgänge, damit Lesegottesdienste gehalten werden konnten. Die kirchlich geprägten Veranstaltungen durften nur in kirchlichen Räumen stattfinden. Früher wurden in den „Evangelischen Volksschulen“ die Räume mitgenutzt. Diese Schulen standen nicht mehr zur Verfügung, weil es diese Schulstruktur nicht mehr gab. Die Religionslehre durfte nur von in der Religion lehrenden gehalten werden.

 

Es gab Gerichtsurteile gegen kirchliche Mitarbeiter. In diesem Fall u.a. gegen die Mitarbeiterin im Wollsteiner Kirchenbüro, Fräulein Weyer. Sie hatte Religionsunterricht erteilt. Auch gegen die Frau von Pastor Engel wurde ein Verfahren eröffnet, weil sie Konfirmandenunterricht in Altkloster in Privaträumen erteilte. Sie sollte mit dieser Tätigkeit ihren Mann in Altkloster entlasten.

Uns liegt im Archiv ein Berechtigungsausweis vor, mit dem ein Gemeindeglied für die Diakonie im Kreise Spenden einsammeln durfte. Er hatte Glück. Der Woiwode in Posen hat auch einen Sammelausweis ausgestellt für die Posener Diakonie, dass der Sammler nur bei Vorlage des Originalschreibens Spenden erbitten durfte.

Die Urteile waren meistens Urteile mit finanziellen Auflagen, aber auch Ausweisungen. Diese Strafen hat die Kirchenkasse gezahlt. Mit der Bezahlung der Strafgelder sank auch das Geldvermögen der Gemeinde.

 

Anzumerken bleibt, dass die Finanzierung der deutschen Einrichtungen aus dem Altreich später bezuschusst wurden. Dafür gab es im Altreich die „Deutsche Stiftung“. Polen hätte gerne das Wirken der Stiftung verboten, hätte dabei aber eine wesentliche Devisenquelle verloren.

 

Durch den Wegzug von Evangelischen blieb für die verbliebenen Gemeinden die Infrastrukturelle Belastung zurück. Altkloster hatte z.B. die zwei Kirchen zu unterhalten. Gottesdienst fand in Altkloster nur einmal im Monat statt. Dafür in Silz-Hld. mehr, weil hier auch die Mehrheit der Gemeinde verblieben ist. Der Land- und Gastwirt Tamke, dessen Haus im Wollsteiner Freilichtmuseum steht, hat hier gewirkt.

In Wollstein waren mehr bebaute Liegenschaften zu unterhalten. Neben der Kirche noch weitere 7 Gebäude. Die Seelenzahl hatte sich auf weniger als die Hälfte reduziert. Für die Landgemeinden wurde es in der Mitte der 30 er Jahre finanziell kritisch. Sie mussten auf den vielen evangelischen Friedhöfen eine Friedhofskapelle bauen. Waren die Glieder der Kirche schon mit der Kirchensteuerumlage belastet, kam jetzt eine neue finanzielle Belastung hinzu.

Doch auch überörtliche Einrichtungen, die dringend für die Menschen gebraucht wurden, mussten mit unterhalten werden. Das Diakonissenkrankenhaus in Posen, Konfirmandenanstalten für Konfirmanden in der Streusiedlung, Waisenhäuser und Siechenhäuser forderten zur Unterhaltung und für den Betrieb ihre Kollekten.

 

Auch die Altlutheraner Kirchengemeinden in Neu Borui, Tannheim, Neutomischel und Birnbaum litten unter den gleichen Problemen wie die unierten Kirchengemeinden. Da sie jedoch schon zur Kaiserzeit finanziell auf eigenen Füssen standen, waren sie Belastungen gewöhnt. Die Pastorenstelle für Neutomischel, Birnbaum, Neu Borui und Tannheim war besetzt mit Pastor Ludwig Greve bis Februar 1929. In den 4 selbständigen Gemeinden gab es u.a. 3 Kirchenchöre, 2 Posaunenchöre und noch 4 Predigtorte. Pastor Greve wurde von den polnischen Behörden 1929 ausgewiesen, weil er für Deutschland optiert hatte. In Bochum fand er eine neue Gemeinde. Die Neutomischler Altlutheraner- Gemeinde war 1 Jahr vakant und wurde von Posen verwaltet. Im Jahre 1930 folgte im Amt Pastor Otto Schilter. Der Enkel von Pastor Greve, Hans-Ludwig Greve, wohnt heute in Bad Bevensen und war Lehrer an der Landbauschule/BBSII in Ebstorf, Krs. Uelzen. Die Enkelin war lange Jahre Pastorin in Natendorf, Krs. Uelzen.

 

Die deutschen Katholiken hatten keine eigene Kirchengemeinde. Sie waren jetzt ganz auf die polnisch geführte Kirchengemeinde angewiesen. Der Schwerpunkt der deutschen Katholiken lag in den Gemeinden Altkloster, Kopnitz und Wollstein. In einer polnischen Statistik aus dem Jahre 1936 wird festgehalten, dass in

-      Altkloster 1.400 Katholiken deutsche Sprache in der Kirche wollten

-      in Kopnitz waren es 200 und in Wollstein ebenfalls 200

Wieviel kath. Einwohner den Kreis Wollstein/Wolsztyn verlassen haben, lässt sich nicht feststellen. Hier habe ich keine Unterlagen gefunden.

 

Wieviel evangelische Christen gab es nun nach der Teilung des Kreises Bomst im Kreise Wollstein? Anfangs habe ich die Rechnung aufgemacht und die Zahl 16.010 ermittelt.

Im „Verzeichnis der Gemeinden …. im Bereich der „Unierten Evangelischen Kirche in Posen zum 1. Januar 1939“ werden von den Wollsteiner Kirchengemeinden 9.505 Mitglieder gemeldet. Von den Dörfern, die zur Kirchengemeinde Bentschen gehörten, u.a. Belencin schätze ich von 1910 = 237 Personen = verblieben 130 Evangelische. Dazu müssen wir noch die evangelischen Altlutheraner rechnen aus Teichrode und Neu Borui. Die Anzahl der Gemeindeglieder im Jahre 1919 betrug ca. 450 und im Jahre 1938 ca. 350. Auch sie litten unter der Abwanderung.

Interessante Zahlen ermittelte die polizeiliche Einwohnererfassung des Kreises Wollstein gleich nach dem Polenfeldzug im Dezember 1939.

Ermittelt wurde die Gesamtbevölkerung, deren Volkszugehörigkeit, Haussprache und Religionszugehörigkeit.

Es wurden 45.589 Einwohner gezählt, davon

10.628 Deutsche 34.956 Polen   5 Ukrainer    6 Juden  und sonstige 5.

 

Bei der Religionszugehörigkeit gab es folgende Zahlen:

8.656 evangelisch

36.905 katholisch

3 Griechisch-katholisch        1 mosaisch      24 waren gottgläubig.

 

Wollen wir nun die deutschen Katholiken ermitteln, müssen wir folgende Rechnung aufstellen:

10.628 Deutsche, hiervon die evangelischen in Höhe von

 8.656 abziehen, ergibt 1.972 deutsche Katholiken.

Damit nähert sich diese Zahl der polnischen Statistik von 1936 an.

 

Die Schlussrechnung:

16.010 evangelische Deutsche gab es 1919 im Kreis Wollstein abzüglich die

 8.656 evangelischen Deutschen im Jahr 1939 ergibt die Abwanderungsquote von

 8.354 evangelischen Deutschen bis September 1939. Das sind rund 50 %.

Das Deutsche Reich war an einer Abwanderung nicht interessiert. Das Reich hoffte immer auf eine Grenzrevision und hätte dabei den Nachweis bringen müssen, dass es dort noch Deutsche gab. H.E.

Fundstellen:

1.   Die Posener Evangelische Kirche – Ihre Gemeinden und Pfarrer

2.   Die Protokolle der Kirchenvisitation im Jahre 1929

3.   Gemeindelexikon für die Provinz Posen – 1908

4.   Verzeichnis der Pfarrstellen. Gemeinden und der Geistlichkeit im Bereich der Unierten Evangelischen Kirche in Posen

5.   Die statistischen Erhebungen über die deutschen Katholiken in den Bistümern in Polen von 1928 und 1936 und   6. Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815 – 1945

 

Hinweis: Das Hopfenpflückerbild aus der letzten „Wollsteiner Zeitung“ ist auf dem Hofe des Bauern Quast aus Neugrade/Komorowo Hauland. Danke für die Hinweise.

 

Eine Bitte:

In Kirchplatz wird die Kirche renoviert. Der Vorstand möchte sich bei dem jetzigen kath. Pfarrer dafür bedanken, dass wir dort immer freundlich empfangen wurden u.a. zur Kirchenbesichtigung. Wir haben auf unsere Bitte vom Vorgänger die Kirchenchronik erhalten, der evangelische Friedhof wurde wieder sichtbar gemacht in Kirchplatz, Neu Borui und Scharke. Alle Friedhöfe hat die Stadt Neutomischel mit einem Kreuz versehen. Der Heimatkreis musste keine Mittel dafür aufbringen.

Über eine Zweckgebundene Spende für die „Kirche Kirchplatz“ auf das Konto des HKW würden wir uns freuen. (Kt.Nr. Heimatkreis Wollstein eV.  DE07 2585 0110 0000 0313 69)

Werner Gierke, Neuborui- Siegfried Rosenau, Neuborui- Herwig Fenske, Kirchplatz