Heimatkreis Wollstein e.V.
                                                         Historischer Verein Wollstein und Umgebung

 

 

Wollsteiner Zeitung Nr.: 1/2020 

 

Vor 75 Jahren Flucht und Vertreibung
- Gedenken beim Treck-Erinnerungsfrühstück -           

 

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit geht dieses Geschichtsereignis an uns vorüber. Es sei denn, wir nehmen dieses zum Anlass, selbst etwas zu unternehmen. Im Terminkalender für 2020 hatten wir zwar das Treck-Erinnerungsfrühstück im Veranstaltungsprogramm, doch die Idee, daraus eine Gedenkveranstaltung zu machen, kam erst nach dem Versand der Wollsteiner Zeitung im September 2019. Zur Werbung blieb uns nur noch das Heimattreffen, die Adventsfeier und die Mundpropaganda übrig. Ein zusätzliches Rundschreiben an alle Mitglieder, hat die Bekanntgabe erweitert. Auch die „Allgemeine Zeitung aus Uelzen“ und der wöchentlich   erscheinende „Generalanzeiger“ haben auf diese Veranstaltung hingewiesen.


Und wir hatten Glück! Haben wir mit 120 Besuchern gerechnet, so konnten wir auf „Wöbses Saal“ in Suhlendorf 184 Gäste und Heimatfreunde begrüßen. Unsere Bitte, alle die an der Veranstaltung teilnehmen wollen, sollen sich anmelden, hat uns vor einer Fehlplanung bewahrt. Wir hatten für jeden Besucher einen Stuhl mit Frühstücksplatz. Die Organisation lag in diesem Falle bei Herrn Werner Gierke und dem Wirt, Herrn Wöbse. Dafür sei beiden gedankt.

Unsere offiziellen Gäste waren über die Anzahl der Besucher erstaunt. Es waren mehr Besucher anwesend, als in den letzten Jahren zu den Heimattreffen. Vor allem waren Teilnehmer aus der jüngeren Generation gekommen, die wissen wollten, wie war die Flucht!

Haben Sie die Flucht 1945 auch mitgemacht, so nutzen Sie das Jahr 2020 und erzählen Sie Ihren Enkeln, wie Sie die Flucht erlebt haben. Bei den Fahrten nach Wollstein haben wir immer wieder ein Problem: die Reiseleitung, sollen erklären… was Oma und Opa viel besser könnten. Und die Mitreisenden nach Wollstein sagen auch sehr offen und frei: als Oma und Opa davon erzählten, wollten wir es nicht hören – aber heute hätten wir es gerne gewusst.

Wir, der Vorstand, sind der Meinung, dass wir diese Veranstaltung unseren Eltern und Großeltern schuldig waren. Sie haben uns bis in den Kreis Uelzen gebracht, selbst haben sie lange auf Rückkehr in die Heimat gehofft. Doch es blieb bei der Hoffnung. Langsam wurden sie heimisch, für andere Heimatfreunde war es nur ein neues Zuhause. Und doch haben alle gemeinsam aus dem Tal der Not entfliehen wollen.

Nach 75 Jahren können wir sagen, es ist gelungen – aber für viele ist die Sehnsucht zur Wurzel der Familie gewachsen. Das stellen wir immer wieder bei unseren jährlichen Fahrten nach Wollstein fest. Es ist keine Heimattümelei, wie es vor Jahren noch gerne in der Öffentlichkeit benannt wurde. Der Begriff Heimat hat in den letzten Jahren für alle eine neue Bedeutung gewonnen. Unsere Fahrten nach Wollstein haben auch für die jüngere Generation einen anderen Blickwinkel gebracht – es ist die Heimat der Vorfahren, in der heute andere Menschen leben und man kann dort auch Freunde finden.

Wir aus dem Kreis Wollstein haben immer polnische Nachbarn gehabt. Wir haben aber nicht immer problemlos miteinander gelebt. Wer das behauptet, redet sich die Geschichte schön. Oft lag es auf beiden Seiten und an der Politik, die uns trennte.

Diese unsere Würdigung der Ereignisse von 1945 soll nicht Gräben aufreißen, sondern soll die damalige Geschichte und das damalige Geschehen aufzeigen und mahnen, dass so etwas nicht wieder passieren soll und darf. Das bedeutet, dass noch viele Menschen – nicht nur die Wollsteiner – aufeinander zugehen müssen, um den Frieden zu erhalten. H.E.

 Hier der Ablauf der Gedenkfeier am 22.02.2020 in Suhlendorf

Die dort geführten Ansprachen und Beiträge habe ich hier aufgenommen für Sie zum Lesen, zur Information bzw. zum Nachlesen. Nur meine Ausführungen zur Flucht habe ich ohne Vorlage gehalten. Im Heft 3 der „Wollsteiner Aufsätze“ finden Sie einen Teil meiner Ausführungen. Dazu noch 5 weitere Beiträge von Wollsteiner Heimatfreunden über ihre Fluchterlebnisse 1945 und die Erlebnisse nach 1945 im Kreise Wollstein. Das Heft 3 in  DIN A 5 – Format hat 75 Seiten und eine Karte von verschiedenen Orten im Kreis Wollstein, wo 1945 Arbeitslager eingerichtet waren. Es kostet 3,-- € + Porto. Wenn Sie Bankgebühren sparen wollen, schicken Sie 5,-- € im Briefumschlag. Mit dieser Regelung ersparen Sie uns ebenfalls Kontogebühren.

 Ablauf der Gedenkveranstaltung

Begrüßung zur Gedenkveranstaltung „75 Jahre Flucht und Vertreibung“ mit Treck-Erinnerungsfrühstück am 22.02.2020 in Suhlendorf, Gasthaus Wöbse durch Horst Eckert

 Das Blockflötenensemble eröffnet mit einem Musikstück

 

Verehrte Gäste, liebe Heimatfreunde,

diese Veranstaltung ist kein Jubiläumsfest, sondern eine G edenkveranstaltung zur Erinnerung an den „Wollsteiner Flucht-Treck“, der hier in Suhlendorf ab 12. 02. 1945 nach fast vier Treckwochen eingetroffen ist.

Wir Kinder von 1945, die auf den Wagen saßen, haben nach 75 Jahren keinen Grund zum Jubel, aber einen Grund zum Danken, dass wir diese Tragödie überlebt haben.

Bereits vor 25 Jahren hat der Heimatkreis Wollstein e.V. in der Wilhelm-Klipp-Str. seinen Dank mit einem Gedenkstein dokumentiert, dessen Inschrift für uns immer noch Gültigkeit hat:

Wir gedenken                      Wir danken            Wir mahnen zum Frieden

 

Was verstehen wir darunter:

Wir Gedenken …unserer Heimat und der Heimat der Vorfahren im Kreis Wollstein und der gemeinsamen Geschichte von Polen und Deutschen.
Wir danken…. Das wir die Flucht im großen Treck überstanden und überlebt haben. Das unsere Mütter oder Großeltern den Treckwagen bis hier her geführt haben.
Wir danken auch den polnischen Kutschern, die auf Treckwagen saßen und den Wagen mit der deutschen Familie nach Suhlendorf lenkten. Sie haben während der Flucht nicht ihren Arbeitgeber verlassen, obwohl sie es gekonnt hätten.
Wir danken, dass wir hier wieder ein neues Zuhause und eine neue Heimat fanden, obwohl das Miteinander für beide – Heimatvertriebene und Heimatverbliebene – nicht immer leicht war.

Wir mahnen zum Frieden… damit wir alle und unsere Nachkommen dieses Schicksal nicht noch einmal erleben müssen.

Doch die Welt hat es nicht verstanden Frieden zu halten. Millionen Menschen sind wieder auf der Flucht.

 

Als Gäste begrüßen wir heute zu dieser Gedenkveranstaltung auf das herzlichste

-         Herrn Landrat Dr. Heiko Blume vom Landkreis Uelzen, dem Patenkreis der Wollsteiner seit              1957

-         Herrn Hans-Heinrich Weichsel, Bürgermeister der Gemeinde Suhlendorf,

-         Herrn SG Bürgermeister Michael Widdeke von der Samtgemeinde Rosche und

-         Frau Pastorin Steffie Arnheim von der ev. luth. Kirchengemeinde Suhlendorf

Ferner Vertreter der im Kreistag vertretenen Parteien

-         Von der CDU – Fraktion Hans-Heinrich Weichsel – heute hier in Doppelfunktion als                           Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender im Kreistag

-         als Vertreter der SPD-Fraktion Herrn Jürgen Hinrichs aus Himbergen

-         von der FDP – Fraktion Herr Rainer Fabel aus Nestau

(Es waren alle Fraktionen eingeladen)

Ferner die Kreistagsabgeordneten

-         Hans- Heinrich Sackmann aus Oetzendorf und

-         Karsten Jäkel aus Uelzen, der seine familiären Wurzeln in Guschin/Teichlinde im  Krs.Wollstein  hat

      Weiterhin sind bei uns als Gäste willkommen

-         Vom Handwerksmuseum der Vorsitzende, Herr Christian Niemann.

-         Herrn Wilfried Sander und Frau, die seit 25 Jahren das Umfeld an unserem Gedenkstein in der Wilhelm-Klipp-Str. pflegen, sei ganz herzlich gedankt. Leider sind sie aus gesundheitlichen Gründen verhindert, heute dabei zu sein. Dem Ehepaar Sander sei hiermit ein ganz besonderer Dank gesagt!

Herr Rosenau (Neu Borui) wird dem Ehepaar Sander einen Dank überbringen.

 Die Veranstaltung wird vom Blockflötenensemble der Musikschule für Stadt und Landkreis Uelzen begleitet unter der Leitung von Frau Gudrun Backeberg (Giering/Neu Borui)

Damit möchte ich meine Begrüßung beenden und bitte nun Frau Pastorin Arnheim, mit der Andacht zu beginnen.

 Blockflötenensemble zur Andacht

Eingangslied gemeinsam gesungen: 3 Strophen von „Großer Gott wir loben Dich…“1,6,7 (begleitet vom Blockflötenensemble)

Andacht: Ansprache von Pastorin Arnheim

Abschlusslied gemeinsam gesungen: Nun danket alle Gott - 3 Strophen 1-3 begleitet vom Blockflötenensemble

 Totenehrung

Herr Klaus-D. Stein (Alt Widzim/Neßlersbrück) trägt die Totenehrung vor:

Als der Räumungsbefehl am 20.01.1945 ausgerufen wurde, haben nicht alle die Heimat verlassen. Viele von den Daheimgebliebenen haben gerade in der Übergangszeit den Tod gefunden. Doch wurden auch Heimatfreunde vom polnischen Nachbarn geschützt oder versteckt.

Wir gedenken
der Toten, die durch zivile und militärische Gewalt den Tod fanden der Menschen, die sich in der Heimat aus Verzweiflung das Leben nahmen

der Menschen, die in 6 Arbeitslagern im Kreise Wollstein und in Gefängnissen verstarben
der Menschen, die nach Sibirien verschleppt wurden und nicht wieder heimkehrten
der Menschen, die auf der Flucht den Tod fanden und der aus dem Kreis Wollstein im Kriege gefallenen Väter und Söhnen.

Wir gedenken der überwiegend unbekannten Toten, die auf dem Rakwitzer und Wollsteiner Marktplatz von den Treckwagen niedergelegt wurden – 5 Kinder und 19 Erwachsene.
Wir gedenken auch aller Toten, die im Kriege gefallen sind oder durch Willkürherrschaft den Tod fanden.
Wir gedenken in Ehrfurcht der Toten, die ohne Gottes Segen begraben wurden.

Die Teilnehmer erhoben sich zum Gedenken und das Blockflötenensemble spielte von Händel eine Arie. Anschließend sprach Frau Pastorin Arnheim das Tischgebet und der Vorsitzende bat zum 10. Treck- Erinnerungsfrühstück, das reichlicher als 1945 ausfiel.

Nach dem Frühstück
Grußworte Landrates Dr. Heiko Blume
Dr. Blume überbrachte die Grüße des Landkreises Uelzen und die Grüße des Bürgermeisters von Wollstein, Herrn Wojtek Lis. Der Landrat führte u.a. aus, dass die Flucht kein Fliegenschiss der Geschichte ist. Er freue sich darüber, dass die Wollsteiner trotz Flucht und Vertreibung an der Verständigung und Versöhnung mit der alten Heimat arbeiten. Die vielen Begegnungen in Wollstein tragen dazu wesentlich bei. Wichtig ist es, die Zeit von damals den Kindern und Jugendlichen zu übermitteln. Die vom Heimatkreis unterstützten deutsch – polnischen Schülerbegegnungen im Kreise Uelzen sind sehr zu begrüßen. Landrat Dr. Blume appellierte an die Erlebnisgeneration, ihre Erfahrungen auch in Schulen vorzutragen. Auch das gehört zur Friedensarbeit, die Sie schon betreiben.

Grußworte des Bürgermeisters von Suhlendorf

Der Bürgermeister von Suhlendorf freute sich darüber, dass soviel Menschen an dieser Gedenkveranstaltung teilnehmen. Es zeugt nach 75 Jahren noch immer davon, dass die Flucht im Leben ein immer noch einschneidendes Geschehen und bleibendes Erinnern bei den Menschen, die daran teilgenommen haben, darstellt.

Das Suhlendorf der Anlaufpunkt für die Wollsteiner war, merkt man an der Bevölkerung des Ortes. Wollsteiner, besonders Rakwitzer, haben sich hier niedergelassen, gebaut und beruflich gewirkt. Es ist für mehrere Familien auch Heimat geworden.

 Fluchtbericht von Horst Eckert

In seinem Bericht über die Flucht berichtete er über seine noch vorhandenen Erinnerungen. Er schilderte sehr anschaulich die kurze Entwicklung zur Flucht (die militärische Lage), die Fluchtvorbereitungen des Wollsteiner Landrates Schneider: Festlegung der Treckwege, Bestellung von Treckführern, die zu querenden Oderbrücken (4 Brücken) und die Alarmierung der Bewohner im Kreise. Diese Vorbereitungen hierzu wurden ab 18.01,1945 im Schlafzimmer des Landrates getätigt. Im Büro wäre es zu gefährlich gewesen. Da meine Eltern nicht trecken wollte, konnte er über die letzten Tage in seinem Heimatort Deutschsodien mit den durchziehenden Trecks und einige Erinnerungen an Begebenheiten während der Flucht berichten. Weiteren Informationen über die Flucht beinhaltet das Heft 3 der Wollsteiner Aufsätze (s. Eingangsbericht)

 

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich der Vorsitzende:

Allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, meinen herzlichsten Dank. Vor allem Herrn Werner Gierke (Neu Borui), der die Organisation der Veranstaltung vor Ort hatte und Frau Pastorin Arnheim von der Kirchengemeinde Suhlendorf für ihre Andacht und natürlich Ihnen allen, da Sie zu dieser Gedenkveranstaltung gekommen sind.

Ein besonderer Dank gilt 3 Sponsoren, die uns diese Veranstaltung in diesem Rahmen ermöglichten.

Zum Abschluss des offiziellen Teils der Gedenkveranstaltung sangen die Teilnehmer das Lied: Im schönsten Wiesengrunde steht meiner Heimat Haus.

 

Zu 13.00 Uhr begaben sich der Vorstand  - begleitet von Heimatfreunden - zur Totenehrung am Wollsteiner Lapidarium auf dem Suhlendorfer Friedhof

Hier die Ansprache auf dem Friedhof in Suhlendorf – Horst Eckert, Vorsitzender (Deutsch-Zodien)

Wir haben uns hier am Lapidarium auf dem Friedhof in Suhlendorf eingefunden, um der Heimatfreunde zu gedenken, die fern der Heimat verstorben sind und nicht dort, wo sie zu Hause waren.
Sie hofften noch Jahre auf eine Rückkehr, doch die Politik hat es nicht vermocht, diesen Wunsch zu erfüllen.
Stellvertretend erinnern wir uns an die Wollsteiner, die sich um den „Heimatkreis
Wollstein e.V.“ und die Menschen aus dem Kreise Wollstein verdient gemacht haben:

Wir gedenken
unseres letzten Landrates in Wollstein, der uns mit Weitsicht hier her geführt hat,

-         Herrn Dr. Rolf Schneider

  Wir gedenken
des 1. Sprechers der Wollsteiner im Kreise Uelzen, der schon in Wollstein Ansprechpartner für die deutsche Volksgruppe war und hier von der Allgemeinen Zeitung im Nachruf als „Vater der Flüchtlinge“ genannt wird
-         Herrn Eisenkaufmann Bruno Schulz aus Wollstein

 

Wir gedenken an den 1. Flüchtlingsbetreuer, der es u.a. durchgesetzt hat, dass auf den Dörfern Flüchtlinge ein Stück Land für einen Gemüsegarten  erhalten

 

-         Herrn Pastor Karl Schulz aus Rakwitz

Wir gedenken

 des langjährigen Vorsitzenden des Heimatkreises Wollstein,

der viele Treffen für die „Wollsteiner“ zum Wiedersehen organisierte und damit den Zusammenhalt förderte

-         Herrn Edgar Böhm aus Wollstein.

Sie haben sich, wie auch viele andere, um uns verdient gemacht.

Abschließend am Lapidarium:

Bei dieser Totenehrung wollten wir aller Heimatfreunde, die in fremder Erde ruhen, mit einem kleinen Blumengebinde gedenken. (Schleife: Heimatkreis Wollstein - 1945/2020)

Das Niederlegen des Gebindes wurde mit einem Trompetensolo – Sanctus aus der Messe von Schubert -  gespielt von Manfred Glaß, Adendorf bei Lüneburg/Angelika Glaß geb. Krüger7Kupke/Mühlental) begleitet.

Abschließend ein gemeinsames „Vater unser…“

 

Unsere Gedenkveranstaltung hat auch in der Allgemeinen Zeitung (AZ) eine Würdigung erfahren (s. Anlage). Eine Vorankündigung gab es in der AZ und im Generalanzeiger (Wochenblatt).

Der „Wipperaukurier“ – ein regionales Blatt für die SG Rosche und Umgebung – berichtete über die Flucht der Rakwitzer nach Suhlendorf, die 1945 überwiegend in Suhlendorf und Umgebung eine Unterkunft fanden. (Ausgabe für den Zeitraum: Februar, März, April)

Heimattreffen 2019 

Rund 130 Gäste und Heimatfreunde des Heimatkreises Wollstein und des Heimatkreises Neutomischel konnte der stellv. Vorsitzende Klaus-Dieter Stein zum diesjährigen Heimattreffen am 05.10.2019 im Hotel „Deutsche Eiche“ in Uelzen OT Veerßen begrüßen. Doch die anschließende Totenehrung durch K.-D. Stein zeigte auf, dass unser Kreis kleiner wird. Die Erlebnisgeneration tritt ab.
Der Landrat des Patenkreises war leider verhindert und ließ herzliche Grüße ausrichten.

In seinem Eingangsvortrag behandelte der Vorsitzende Horst Eckert einige Geschichtsdaten, die im Jahre 2019 sicher in der Heimat zu Feiern oder Gedenkfeiern einen Anlass gegeben hätten.

Der Wollsteiner Posaunenchor begleitete unter Leitung von Frau Gudrun Backeberg die Feierstunde und die Heimatfreunde beim Singen.

Der Büchertisch bot heimatliche Literatur an. Hier lagen auch Teilnehmerlisten für kommende Veranstaltungen aus, u.a. die Liste zur Adventsfeier und Wollsteinfahrt 2020.

Bei guter Stimmung wechselten wir um 18.00 Uhr zum anschließendem Grützwurstessen über, an dem 88 Heimatfreunde teilnahmen. H.E.

Gedenkstein für Wollsteiner

Die Idee unseres Mitgliedes Arno Schüler aus Oetzen/Scharke wurde Wirklichkeit. Anlässlich des Volkstrauertages am 17.11.2019 konnte auf dem Friedhof in Oetzen, Krs. Uelzen, der Heimatkreis Wollstein e.V. (HKW) einen schlichten Gedenkstein zur Erinnerung an die verstorbenen „Wollsteiner“, die einmal nach der Flucht 1945 in Oetzen wohnten, eingeweiht werden.

 

                  Wir gedenken unserer Verstorbenen

                             Heimatkreis Wollstein e.V.

An der Einweihung haben 21 Wollsteiner, eine Abordnung der Feuerwehr und des Schützenvereins aus Oetzen, teilgenommen. Herr Bürgermeister Burmeister und Herr Horst Eckert, Vorsitzender des HKW, hielten eine Ansprache. Ein Trompetensolo begleitete den Festakt. Die Veranstaltung „Gedenkstein“ wurde von Herrn und Frau Schüler organisiert. Zur Finanzierung des Gedenksteines    hat Herr Schüler Spenden in Höhe von 795,-- € von Wollsteinern eingeworben, die die Setzung des Steines ermöglichte. Der HKW brauchte nur 68,50 € übernehmen.

In der Feldmark von Höver (bei Oetzen) fand nach längerem Suchen Arnold Schüler den passenden Stein. Die Besitzerin des Steines hat nach Kenntnisnahme des Verwendungszweckes, diesen dem Heimatkreis geschenkt. Die Steinmetzfirma Hösch aus Bad Bevensen gestaltete den Stein und stellte ihn auf.

Nach der Einweihung trafen sich noch 19 Wollsteiner zu einem gemeinsamen Mittagessen im Gasthaus Grote in Kl. Hesebeck. In Oetzen wohnten einmal 162 Flüchtlinge aus dem Kreis Wollstein. Heute wohnen dort u.a. noch die Familien Heinke, Blumerhauland - Meinaß, Mühlental und Schüler aus Scharke/ Hohenbrück. H.E.

Adventsfeier 2019

Nur zwei Teilnehmer fehlten und wir hätten die Zahl 100 erreicht. Mit dem Besuch waren wir trotzdem zufrieden. Wieder waren Teilnehmer von außerhalb des Kreises Uelzen angereist, um an adventlich geschmückten Tischen eine heimatlich gestaltete Adventsfeier zu erleben.

Nach der Begrüßung durch Klaus-Dieter Stein begleitete uns der „Wollsteiner Posaunenchor“ zum adventlichen Singen mit dem Eingangslied „Macht hoch die Tür“. Der Vorsitzende Horst Eckert erinnerte in seiner Ansprache an die Tradition der Adventsfeiern im Kirchspiel Wollstein und nach der Flucht den Wiederbeginn der Adventsfeiern hier in Uelzen. Ein Rückblick führte die Teilnehmer in den Veranstaltungskalender des Jahre 2019 und einen Ausblick in das kommende Jahr 2020. Das Jahr 2020 ist geprägt durch den Zeitraum 75 Jahre Flucht und Vertreibung.

Die Grußworte des Patenkreises Uelzen überbrachte der stellvertretende Landrat und Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer aus Suderburg. Erfreut waren die Teilnehmer über die Anwesenheit von Herrn Landrat a.D. Dr. Elster, der fast immer beim Heimattreffen oder den Adventsfeiern zugegen ist.

Die Adventliche Ansprache hielt Herr Pastor Michael Fendler aus Hermannsburg, der Schulpastor an der Berufsschule BBS I in Uelzen ist. Nach der Kaffeepause, in der es lebhafte Gespräche gab, berichtete Pastor Fendler über Aufräumungsarbeiten auf dem Friedhof Borui. Pastor Fendler hat eine Gruppe Berufsschüler aus Uelzen zu einer polnisch-deutschen-ukrainischen Schülerbegegnung nach Wollstein begleitet.

Frau Anne Tissler geb. Adam verlas einen Bericht ihrer Mutter über die letzte Weihnacht vor 75 Jahren in Goile und Frau Renate Eckert geb. Jaensch hat hat eine Niederschrift von Martha Petras geb. Linke „Weihnachten in Brückenhauland“ (Blumerhauland) vorgetragen.

Die Kollekte war für die Heimatstube bestimmt und ergab eine stolze Summe von 370,-- €.

Zum Abschluss der gelungenen Adventsfeier sangen alle Teilnehmer traditionell stehend (wie auch in der Heimatkirche) das Weihnachtslied „O du fröhliche“. H.E.

Preisschießen und Wollsteiner Wanderpokal

Der Schützenverein Nestau und Umgebung, Suhlendorf, hat wie jedes Jahr zum Jahresende am 30.11.2019 zum Preisschießen, Knobeln und Skat eingeladen. Vom Heimatkreis haben wir mit 9 Personen am Schießen und Knobeln teilgenommen. Alle Wollsteiner konnten als Gewinn einen Fleischpreis erringen.

Den Wollsteiner Wanderpokal hat in diesem Jahr Siegfried Mader, Jelmstorf (Paulswiese) errungen. Die Siegerprämie waren 25,--€.

Auch das Knobeln und Skatspielen erfreut immer wieder und trägt zum näheren

Kennenlernen der Teilnehmer bei. Für das Jahr 2020 freue ich mich über mehr Heimatfreunde zum Schießen. Mannschaftsschießen am 21.03.2020 14.00 Uhr Suhlendorf. Wer mitmachen möchte, bitte bei mir anrufen 05828 - 366 Klaus - Dieter. Stein.

Geschichtsseminar des „Deutschen Geschichtsvereins (DGV) des Posener Landes e.V.“

An diesem Seminar durfte jeder teilnehmen, der sich für die deutsch-polnische Geschichte interessierte. 45 Teilnehmer haben diese Möglichkeit genutzt. Sie kamen vom Bodensee und bis Schleswig-Holstein, von Berlin bis Nordrhein-Westfalen. Auch aus Posen waren Teilnehmer angereist. Vom Heimatkreis Wollstein haben 17 Teilnehmer ihr Geschichtswissen erweitert.

Die Themen waren wieder sehr interessant gestaltet, u.a. „Die Abwanderung und Verdrängung der deutschen Bevölkerung nach dem 1. Weltkrieg“ – „Die Auswirkung des Friedensvertrages von Versailles auf die Provinz Posen“. Insgesamt gab es 8 Themen, die dort vorgetragen wurden.

Das Seminar wurde im „Gustav-Stresemann-Institut“ in Bad Bevensen OT Medingen durchgeführt. Der Teilnehmerbeitrag betrug 105,--€. Gefördert wurde das Seminar von der „Bundeszentrale für politische Bildung“ und dem „Kulturreferat des BKM für den Bereich Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen“, Frau Oxfort. H.E.

 

Termine

21.03.2020    Mannschaftsschießen 2x4 Schützen. Wer mitmachen möchte bei K.D.Stein

                      Anmelden – Tel. Nr. 05828-366. Für die Mannschaft werden Schützen gesucht!(abgesagt)

28.03.2020     Schlachtefest im Handwerksmuseum Suhlendorf. „Wollsteiner“ sind herzlich                    willkommen Beginn: 11.00 Uhr – Ende 15.00 Uhr – Es spielt das Feuerwehr-Blasorchester. Sie müssen sich nicht anmelden. Kosten 12,-- €.(abgesagt)

18.04.2020     Mitgliederversammlung – gesonderte Einladung zur Mitgliederversammlung(abgesagt)

18.04.2020     um 13.30 Uhr nach der Mitgliederversammlung:(abgesagt)

 Vortrag: Friedheim – der Heimatort meiner Familie Siegismund

Vortrag: Angekommen im Kreis Uelzen-wie begann das Leben nach dem Treck

Kaffeepause 15.00 Uhr – bitte anmelden. Anschließend

          Führung durch die Heimatstube - Führung durch das Handwerksmuseum

          Da die Heimatstube nur 20 Besucher fasst, werden wir Gruppen bilden.

          Nichtmitglieder sind hierzu herzlich willkommen

 

21.05. -24.05.2020 Fahrt nach Wollstein. (abgesagt)

03.10.2020     Heimattreffen in Uelzen OT Veerßen

28.11.2020     Preisschießen und Wollsteiner Wanderpokal-Wettbewerb in Suhlendorf

06.12.2020     Adventsfeier (2. Advent)

 

Einweihung der ehem. Ev. Kirche in Wollstein nach der Renovierung

Die ehem. Evan. Kirche wird wahrscheinlich im August 2020 eingeweiht. Da der Herr Probst uns zugesagt hatte, zur Einweihung eine Einladung auszusprechen, planen wir im August eine Busfahrt nach Wollstein. Ob sie 3 oder 4 Tage dauern wird, ist noch nicht geklärt. Wir sammeln bereits Interessierte, die an der Fahrt teilnehmen möchten. Die ersten Voranmeldungen liegen bereits vor. Die Reihenfolge der Mitfahrer richtet sich nach Eingang der Voranmeldungen.

 

 Herausgeber : Heimatkreis Wollstein e.V. - Historischer Verein Wollstein und Umgebung -

                                                                      Geschäftsstelle: Horst Eckert Am Pathsberg 23 29549 Bad Bevensen
                                                              Bankverbindung: Spark. Uelzen Lüchow-Dannenberg IBAN:DE07 2585 0110 0000 031369
                                                      BIC NOLADE21UEL (auch Spendenkonto) - St.-Nr.: FinAmt Uelzen 47/219/00766 Vereinsregister: AG
                                                                        Lüneburg NZS VR 140235 – Internet: www.heimatkreis-wollstein.de