Heimatkreis Wollstein e.V.
                                                         Historischer Verein Wollstein und Umgebung

  Wollsteiner Zeitung 2 / 2018  

  

Einladung
zum gemeinsamen Heimattreffen
des Heimatkreises Wollstein e.V. und Neutomischel vom
06.10. - 07.10.2018

Unser Programm

06.10.2018 Heimattreffen in Uelzen, OT Veerßen Soltauer Str. 14 – Hotel Deutsche Eiche
(Richtung Soltau) Tel. 0581-9055-0
Beginn und Saalöffnung um 13.00 Uhr

Beginn und Saalöffnung um 13.00 Uhr
Offizielle Begrüßung und Feierstunde um 14.30 Uhr und
mit einem kleinen Vortrag zur Geschichte des Kreises Wollstein
Kaffee und Kuchen ab 15.30 Uhr

Grützwurstessen um 18.00 Uhr im Hotel Deutsche Eiche

Anmeldung zum Grützwurstessen bis 01.10.2018
bei Werner Gierke Tel. 0581-15286 oder bei Horst Eckert Tel. 05821-7666
Eintritt : Heimattreffen 7,-- € einschließlich Kaffee und Kuchen -/ Grützwurstessen 8,-- €
oder Schnitzel mit Pilzen.

07.10.2018
Besuch der Wollsteiner Heimatstube von 10.30 – 12.30 Uhr in
29562 Suhlendorf, Mühlenweg 15 (Handwerksmuseum)-Eintritt 3,-- €.
 Anschließend besteht die Möglichkeit, im Restaurant Waldmühle die Mittagsmahlzeit einzunehmen.
Zu allen Veranstaltungen sind unsere Heimatfreunde aus dem Kreise Neutomischel herzlichst
eingeladen. Am 06.10.2018 sind für die Neutomischler Heimatfreunde auf dem Saal Tische reserviert.

Der Vorstand des Heimatkreises Wollstein e.V. freut sich auf Ihren Besuch.
Horst Eckert - Klaus-Dieter Stein - Gudrun Backeberg - Klaus – D. Leber
Hannelore Leber - Werner Gierke - Siegfried Rosenau.

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Liebe Heimatfreunde,
das Heimattreffen soll auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg werden – aber nur mit Ihrer Mithilfe. Machen Sie Werbung unter Verwandten und Freunden. Eine telefonische Erinnerung und eine Verabredung sind wirkungsvoll. Platz haben wir auf dem Saal genug. Kostenlose Parkplätze finden die Teilnehmer gegenüber dem Hotel, vor dem Hotel auf den Parkstreifen der Bundesstraße und hinter dem Hotel (Zufahrt über die Friedrich-Seßelberg –Straße).
Übernachtungen sind im Hotel möglich – Tel.: 0581 – 9055-0. Fragen Sie nach einem „Wochenendangebot“. Anreise am Freitag – Abreise am Sonntag.
Zum Grützwurstessen melden Sie sich bitte an bis zum 01.10.2018, damit der Wirt entsprechend planen kann. Wenn Sie nur zum Grützwurstessen kommen wollen, ist dies auch möglich!
Anmeldung bei: Werner Gierke Tel. 0581-15256 – Horst Eckert 05821-7666.


Wollsteiner Heimatstube - Am Sonntag, dem 07.10.2018, wollen wir in Suhlendorf ab 10.30 bis 12.30 Uhr die Heimatstube besuchen. Hier können Sie in gemütlicher Runde die Auslagen der Heimatstube besichtigen und anschließend im Restaurant „Waldmühle“ Mittagessen.
Das Jahrbuch 2019 liegt bereits beim Heimattreffen aus. Es kostet 10,-- €. Mitglieder (Beitrag schon überwiesen?) und Spender ab 25,-- € erhalten auch in diesem Jahr das Jahrbuch bzw. Wollsteiner Aufsätze am Büchertisch kostenlos. Bitte abholen! Sie ersparen uns Porto und Arbeit.
Auf dem Büchertisch finden Sie unsere Wollsteiner Aufsätze und andere Literatur aus unserer Region. Auch aus der Provinz Posen!
Die Geschichte der Posener Landkreise und kreisfreien Städte
Nur noch wenige Exemplare – fragen Sie am Büchertisch oder bestellen Sie per Post. 17,80 €
plus Porto und Verpackung 3,-- €.
Nachricht aus Kirchplatz In Kirchplatz wird die alte ev. „Hauländerkirche“ von 1777 renoviert. Wer dafür eine Spende leisten möchte. kann dies auf das Konto des Heimatkreises unter dem Kennwort „Kirchplatz“ tun. Danke!
Aus Wollstein ist zu berichten: die Kirchenbänke von der 1. und 2. Empore sind vom Lack befreit und glänzen im Naturzustand des Holzes. Die angeputzte Fläche an der Außenwand wird in Höhe von 1 Meter entfernt und die Grundmauer freigelegt. Die Teile werden trockengelegt und isoliert.

Mannschaftsschießen des Schützenvereins Nestau und Umgebung (Suhlendorf)
Wir waren wieder mit 2 Mannschaften a 4 Teilnehmer am 17.03.2018 dabei. Es war nicht einfach für Klaus-D. Stein die 2. Mannschaft zu füllen, da einige der Stammschützen verhindert waren. Wir und erreichten von über 20 Mannschaften ein gutes Mittelfeld.
Schlachtefest in Suhlendorf am 24.03.2018
Das Eisbeinessen haben wir vor Jahren zugunsten des Schlachtefestes im Handwerksmuseum aufgegeben. Diese Entscheidung war richtig – und nun feiern wir mit dem Museumsverein das Schlachtefest in der großen Ausstellungsscheune. Das Angebot ist reichhaltiger als beim Eisbeinessen. Hier gibt es u.a. auch Wellfleisch, frische Wurst und heiße Brühe. Begleitet wurde das Fest von der Feuerwehrkapelle Suhlendorf mit zünftiger
Blasmusik. Mehr als 20 „Wollsteiner“ hatten den Weg nach Suhlendorf gefunden. Und wer die Heimatstube noch nicht kannte, hatte die Gelegenheit zu einem Besuch genutzt.

Mitgliederversammlung 2018 des Heimatkreises Wollstein e.V.
Die Mitgliederversammlung (MGV) des Heimatkreises Wollstein e.V. (HKW) in Suhlendorf 07.04.2018 war mit 55 Heimatfreunden wieder gut besucht. Zur schnelleren Abwicklung der Tagesordnung erhielten die Mitglieder mit der Einladung das Protokoll der MGV aus 2017 und den Jahresbericht für 2017. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch den Vorsitzenden Horst Eckert, gedachte Klaus-Dieter Stein der verstorbenen Mitglieder.
Die Tagesordnung wurde anschließend zügig abgehandelt. Den bereits vorliegenden Jahresbericht erläuterte der Vorsitzende und ergänzte ihn in wenigen Punkten. Insbesondere hat der Vorsitzende noch einmal auf die besonderen Veranstaltungen des Jahres 2017 hingewiesen und sich für die aktive Teilnahme bedankt, wie da waren: u.a. das Treck-Erinnerungsfrühstück, das Heimattreffen mit der Würdigung der 60 jährigen Patenschaft des
Heimatkreis Wollstein e.V. und dem Landkreis Uelzen. Auch die Adventsfeier hatte einen guten Besuch. Insgesamt hatte der HKW im Berichtsjahr 6 größere Veranstaltungen durchgeführt und sich an 7 weiteren Veranstaltungen beteiligt. Ferner wurden 2 „Wollsteiner Zeitungen“ herausgegeben – je Auflage mit 850 Exemplaren. Die Wollsteiner Heimatstube im Handwerksmuseum Suhlendorf wird weiterhin gut angenommen. Den umfangreichen Kassenbericht erstattete der Schatzmeister Klaus Leber. Die Kassenprüfer Arnold Schüler, Brigitte Ewald und Manfred Adam haben die Kasse geprüft und bescheinigten eine ordentliche und übersichtliche Kassenführung. Einstimmig hat die Versammlung den Schatzmeister und den Vorstand entlastet. Unter „Veranstaltungen 2018“ stand wieder eine Fahrt nach Wollstein auf dem Programm mit einer Vorstandssitzung und einem Gespräch mit Repräsentanten der „Kreis-Wollsteiner-Kommunalpolitik. Das Heimattreffen wird wie immer im Oktober gefeiert, die Adventsfeier am 2. Advent. Mit einem Mittagessen endete unsere Mitgliederversammlung. H.E.

Busausflug nach Wittingen
Nach der Mitgliedersammlung am 07.04.2018 starteten wir von Suhlendorf einen Busausflug nach Wittingen. Doch bevor wir Wittingen erreichten, fuhren wir nach Bad Bodenteich und machten eine Ortsrundfahrt. Die BGS-Kaserne steht heute leer. Der Bahnhof ist umgebaut und für das neue Streckennetz Uelzen – Braunschweig ertüchtigt worden. Das Ortsbild hat sich auch hier erheblich verändert und ist nicht vom allgemeinen Trend
(Leerstände/Großmärkte) verschont geblieben. Seit einigen Jahren ist dort die Seeparkklinik angesiedelt und ein Seniorenheim. Im Letzteren treffen wir auch Wollsteiner Heimatfreundeals Bewohner.

Weiter ging es über Schafwedel und passierten dort - durch ein Hinweisschild kenntlich gemacht – die ehemalige Zonengrenze. Der nächste große Ort war Dähre, an der Straße Salzwedel – Wittingen gelegen. Viel wurde hier investiert. Zurück nach Bonese. Der Ort lag zur DDR-Zeit im 5 Km-Streifen und der Kirchturm war vom Westen zu sehen – aber nicht erreichbar. Da wir im 5 – Km – Streifen bleiben wollten, schwenkten wir nach Süden und
erreichten über Dülseberg, Schadeberg, Schadewohl den Ort Diesdorf mit seiner sehenswerten Kirche und dem Freilichtmuseum mit Dorfgehöften der Altmark. Der Ort macht einen guten Eindruck. Doch der Kaffeedurst machte sich bemerkbar. Bei Waddekath passierten wir wieder die Landesgrenze von Sachsen-Anhalt (Zonengrenze) und nach 4 Kilometern waren wir in Wittingen. Hier hat uns nicht die Wittinger Brauerei erwartet, sondern in der Altstadt das „Cafe Antik“. Hier gab es Kaffee oder Tee und ein Stück Torte – jeder nach seiner Wahl.
Nach der Kaffee-Pause besuchte uns Herrn Michalis – Stadtführer in Wittingen – zu einer Informations- veranstaltung über die Stadtgeschichte und über das zweitälteste Haus der Stadt, in dem wir gerade waren. Was keiner vermutete – Wittingen ist eine alte Stadt, die leider die Entwicklung in den letzten 100 Jahren nicht mitgemacht hat. Auch einen adeligen Junkerhof gab es in der Stadt – überlebt hat den Wirtschaftswandel jedoch nur die Brauerei. Anschließend hatten wir noch eine Weile Zeit für einen Spaziergang durch die Altstadt mit
ihren Fachwerkhäusern. Pünktlich war die Rückkehr an unseren Startplatz in Suhlendorf an der Waldmühle. Organisation und Reiseleitung lag in den Händen des Vorsitzenden. H.E.

 

Schülerwettbewerb am Lyzeum in Wolsztyn (Wollstein
„Denke daran und bewahre die Geschichte deines Wohnortes vom Vergessen“. Unter dieser Themenvorgabe haben Schüler des Wolsztyner Lyzeum (Gymnasium) unter Leitung ihres Deutsch-Lehrers in einem Wettbewerb die Geschichte erforscht.

Anregung zu diesem Thema war der deutsch-polnische Schüleraustausch im Oktober 2017 im Gustav-Stresemann-Institut Bad Bevensen, OT Medingen. Bei diesem Schüleraustausch haben sich die deutschen wie auch polnischen Teilnehmer mit der Geschichte der Deutschen aus dem Kreis Wollstein auseinandergesetzt, die jetzt im Kreis Uelzen wohnen.

In ihren Wohnorten im Kreise Wolsztyn hatten die Schüler die Aufgabe, die geschichtlichen Spuren der Einwohner von vor 1945 aufzuspüren. Die Ergebnisse sollten sie in Deutsch schriftlich darstellen. Hierzu befragten sie das Elternhaus, weitere Dorfbewohner, sichteten alte Bilder und werteten alte und neue Literatur aus. Auch die „Wollsteiner Aufsätze“ wurden hierfür verwendet.

Die Preisverleihung an die Gewinner fand in einer kleinen Feierstunde im Wolsztyner Lyzeum (ehem. Lehrerbildungsanstalt) statt. Eingeladen waren auch der Vorstand des Heimatkreises und die Teilnehmer der jährlichen Wollsteinfahrt, die gerade zu diesem Zeitpunkt stattfand. Die Wettbewerber waren in 2 Altersgruppen eingeteilt. Dadurch gab es auch zwei erste, zwei zweite und zwei dritte Preise. Die Schirmherrschaft zu diesem Wettbewerb hatte der Starost (Landrat) Janusz Frackowiak, der Bürgermeister der Stadt Wolsztyn Wojtek Lis und die Redaktion der Wolsztyner Zeitung, vertreten durch Frau Domagalska aus Wolsztyn. Eine Kommission ermittelte die Reihenfolge der Sieger. Die Wollsteiner Teilnehmer waren von der Darstellung der Ergebnisse positiv überrascht.

An der Siegerehrung hat sich der Heimatkreis mit kleinen Geldgeschenken beteiligt.

Für September 2018 ist ein weiterer Schüleraustausch in Bad Bevensen geplant.

Posener Wappen als Denkmal im Garten
Seine Heimat und die seiner Vorfahren hat ihn schon immer beschäftigt – nun setzte Hartmut Jaekel aus Rosche, Krs. Uelzen, im Jahre 2017 der Heimat ein Denkmal - der Provinz Posen!

Seine Vorfahren siedelten im 18. Jahrhundert als Hauländer in der Provinz Posen, genauer gesagt in Tarnowo (Kampfheide) im Kreise Wollstein. Hier rodeten sie den Wald, kultivierten den Boden und blieben der evangelischen Kirche verbunden. Den Gottesdienst besuchte die Familie im Kirchort Rakwitz in der 1668 erbauten hölzernen evangelischen Kirche. Genau 100 Jahre später – im Jahre 1768 musste diese Kirche erneuert werden. Bei diesem Bau hat die Familie sicher schon mitgewirkt, denn der Hauländerort, der sich ausschließlich zum deutschen Dorf entwickelte, wurde offiziell im Jahre 1712 gegründet. Vorher gab es bereits einige bebaute Grundstücke, doch es ist unklar, wer sie bewirtschaftete.

Waren die Siedler im 18. Jahrhundert auf schlechten Wegen zu Fuß oder mit einem Pferde- oder Ochsenkarren eingetroffen, so haben die Nachfahren im Januar 1945 bei klirrender Kälte und Schnee mit Pferd und Wagen Tarnowo verlassen. In vielen Jahrzehnten ihrer Anwesenheit in Tarnowo bestellten sie ihren Acker und ihre Wirtschaft, dort haben sie gelebt, sind Generationen der Familie verstorben und waren einem polnischen Grundherrn bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft zusätzlich mit Geld und Sachleistungen abgabepflichtig. Im Jahre 1793 bei der zweiten Teilung Polens wurden sie preußisch, 1807 – 1815 in der napoleonischen Zeit polnisch, um nach den Freiheitskriegen 1815 wieder Preußen zu sein. Nach den deutschen Einigungskriegen im Jahre 1871 entstand das Deutsche Reich, in dem sich auch Preußen und somit auch Tarnowo wiederfand. Nach dem ersten Weltkrieg kam diese Region wieder an den neu gegründeten Staat Polen. Sie waren jetzt polnische Staatsbürger deutscher Volkzugehörigkeit. Die Steuern flossen an den polnischen Staat, den Wehrdienst leisteten die jungen Männer in der polnischen Armee ab und nicht mehr im deutschen Kaiserreich. Mit Beginn des 2. Weltkrieges im September 1939 mussten sich diese Männer zum Kriegsdienst bei ihren polnischen Einheiten melden. Mehrere zivile deutsche Dorfbewohner wurden in den ersten Septembertagen 1939 auf Veranlassung polnischer Behörden verhaftet und mussten an den polnischen Verschleppungsmärschen teilnehmen. Hierbei fanden 7 den Tod und sind auf dem jetzt verwilderten evangelischen Dorffriedhof beerdigt. Die Einberufung der männlichen Dorfbewohner zur deutschen Wehrmacht forderten weitere Todesfälle aus der Dorfgemeinschaft.

Im Januar 1945 ging die Mehrheit der Deutschen mit Pferd und Ackerwagen auf die Flucht, die in Suhlendorf im Krs. Uelzen endete. Die Tarnowoer wurden in Rosche und Umgebung untergebracht. Hier ging Jaekel zur Schule und die Familie fand hier ein neues Zuhause.

Die Erinnerung an die Heimat beflügelte den Gedanken, der Heimat ein Denkmal zu setzen. Er entschied sich für das Posener Wappen. Jaekel suchte einen Steinmetz – gefunden hat er einen Künstler. In einen größeren Findling aus der näheren Umgebung von Rosche ließ er das Wappen der Provinz Posen schlagen und es in seinen historischen Farben ausmalen.

Mit diesem Beitrag will er der wechselvollen Geschichte gedenken, die Erinnerung an die Heimat der Vorfahren und  deren Leistungen erinnern.

Ein gelungenes Werk , das im Vorgarten aufgestellt ist und von Besuchern nicht übersehen werden kann.Die Reformation in Wollstein – Tagesseminar zu Friedhöfen 2017

Die Reformation in Wollstein zu Friedhöfen 2017

In Polen wurden zur 500 jährigen Reformation Veranstaltungen verschiedener Art durchgeführt. Auch in Wolsztyn/Wollstein fand am 03.11.2017 eine Maßnahme statt, durchgeführt von der katholischen Gesellschaft „Civitas Christiana“ unter der Leitung seines Vorsitzenden Wl. Chrzanowski. Miteinladender war der Propst der kath. Kirche Wolsztyn/Wollstein und Bürgermeister Lis, Wolsztyn/Wollstein. Das Tagungsthema war „ Ehemalige deutsche Friedhöfe in der Region Wollstein  und 500 Jahre Reformation“.Vom  Heimatkreis Wollstein e.V. waren hierzu 7 Teilnehmer unter Leitung von Klaus-Dieter Stein nach Wollstein angereist.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst in der ehemaligen evangelischen Kirche wurde die Veranstaltung eröffnet. Die geistlichen Ansprachen und Gebete sprachen der kath . Propst Majchrzak aus Wollstein und der evangelisch augsburgische Geistliche Waldemar Gabrys aus Lissa.

Bürgermeister Lis würdigte die guten Beziehungen zum Heimatkreis und die sachlichen wie finanziellen Hilfen zugunsten von u.a. dem Robert-Koch-Haus, dem Krankenhaus und dem Robert-Koch-Museum. Propst Majchrzak bedankte sich öffentlich bei der Reisegruppe für die Hilfe zur Renovierung der ehemaligen evangelischen Kirche – ein Schinkelbau – und lud alle Reisegruppen des Heimatkreises zu weiteren Besuchen in die Kirche ein.

Das Programm führte uns weiter zum alten evangelischen Friedhof in der Stadt – es war der 2. ev. Friedhof der ev.luth. Kirchengemeinde Wollstein ( schräg gegenüber der Kirche) – zur Gedenksteineinweihung .

Die weitere Tagesordnung wurde im Tagungsraum des Robert-Koch-Museums durchgeführt.

Hier sprachen u.a. Prof. Dr. hab. Jerzy Kołacki von der Uni-Poznan , der die Bedeutung des Erhaltens der noch vorhandenen deutschen ev. Friedhöfe den Verantwortlichen in der Politik nahe legte. Der Leiter des Robert-Koch-Museums in Wollstein, Herr M. Adamczak, referierte zur Wollsteiner Stadtgeschichte, der Bevölkerungsstruktur (Deutsche, Juden und Polen) und zum Bau der evangelischen Kirche in Wollstein. Magister P. Mierzejewski aus Neutomischel konnte von 16 evangelischen Friedhöfen in der Stadt Neutomischel berichten (einschl. umliegender Landgemeinden), die die Stadt Neutomischel mit einem Gedenkstein versehen hat.

Der Posener Historiker Magister H. Owczarek stellte in seinem Vortrag auf das Internet ab, in dem evangelische Friedhöfe in der Provinz Posen dargestellt werden.

Das Tagesseminar fand rege Anerkennung von den Teilnehmern und von der polnischen Presse. Es war für die Teilnehmer positiv und aufschlussreich.

Die Tagung wurde von der Kulturreferentin des BKM für Westpreußen und Posen, Frau Magdalene Oxfort MA, gefördert. H.E./S.R.

Zu dieser Tagung erscheint ein Tagungsband mit ca. 170 Seiten, in dem alle Vorträge in Deutsch und Polnisch abgedruckt sind. Dort sind lesenswerte Berichte, Vorträge und Bilder über die Friedhöfe des Kreises Wollstein enthalten.

Woher kommen unsere Vorfahren
Diese Frage wurde mir bereits oft gestellt und es gibt auch viele geschichtliche  Abhandlungen und Hinweise zur Zuwanderung der Deutschen in das Königreich Polen. Man muss aber suchen oder sich in der Literatur auskennen.

Die Zuwanderung zieht sich über Jahrhunderte hin. Die erste nennenswerte Zuwanderung kam mit den Klostergründungen in Obra und Priment im 13. Jahrhundert. Der Ursprung der Klöster lag in Deutschland, z.B. für Obra im Kloster Altenberg bei Köln. Der Abt und die Mönche kamen fast ausnahmslos aus Deutschland. Sie brachten auch Bauern und Handwerker mit. Das Kloster Obra hatte im Jahre 1280 deutsches Recht, nannte 30 Dörfer, 7 Mühlen und 24 Fischereirechte sein Eigentum. Erworben wurden sie durch Schenkung der Grundherren oder Zukauf. Diese Zuwanderer sind über die kath. Kirche überwiegend im Polentum aufgegangen. Dieser Zeitraum könnte als 1. Einwanderungswelle bezeichnet werden, jedoch schwer zu erforschen. Die späteren Jahre sind eher verwendbar. Doch wer „woher“ und wann „wohin“ gesiedelt hat, kann ich den Familienforschern auch nicht sagen. In meinen alten Bücherschätzen habe ich ein Büchlein entdeckt, welches der Pfarrer und Kirchenhistoriker - Pfarrer von 1903 – 1912 in Santomischel – Lic. D. Theodor Wotschke – verfasst hat. Der Titel: „Das Evangelium unter dem Kreuz im Lande Posen“. Im Jahre 1917 wurde es vom „Evangelischen Verein für die Kirchengeschichte der Provinz Posen“ herausgegeben. Auf 20 DIN a 5 Seiten handelt er „Die große evangelische Einwanderung“ ab. Hieraus entnehme ich jetzt für den folgenden Text einige Ausführungen. die verschiedenen Hinweise von Evangelischen in der Provinz Posen.

Zur Einführung des Themas verweist Wotschke auf den 30 jährigen Krieg und die vielen evangelischen Flüchtlinge in den östlichen Randgebieten von Schlesien und Brandenburg, die nach Polen auswichen, um hier den Krieg zu überleben. Die kath. Kirche Polens war über diesen Zuzug nicht erfreut und wehrte sich dagegen.

Doch polnische Grundherren haben in dieser Zeit gezielt Flüchtlinge angeworben. Der Wojewode Grudzinski ließ im Jahre 1641 Werbeblätter verteilen für eine Ansiedlung in Schwersenz, Kurnik, Flatow, Bnin und Lobsens. Der Graf Przyjemski warb für die Ansiedlung in Rawitsch und der Erbherr von Schmiegel ließ von den evangelischen Kanzeln an der Grenze zu Schlesien und Brandenburg für eine Ansiedlung in Schmiegel werben. Der für Kopnitz zuständige Starost warb 1641 für eine Ansiedlung in der neuen Stadt „Lampertopol“, die neben Kopnitz neu gegründet werden sollte. Dieses Ansinnen war jedoch ohne Erfolg.

Anfang 1628 und in den Jahren 1634 und 1654 kamen die ersten böhmischen Brüder aus Mähren und Böhmen in die Provinz Posen. Sie zogen u.a. nach Lissa und Schokken (Krs. Wongrowitz). In dieser Zeit beherbergte Lissa vorübergehend rund 1.000 Flüchtlinge. Zogen sie weiter und machten Quartiere leer, folgten neue. In dieser Zeit hat das kath.  Österreich sehr aktiv die evangelischen Christen verfolgt. Ganze Gemeinden haben sich unter Führung ihres Pastors nach Polen gerettet. Hier gründeten sie schlesische evangelische Gemeinden. Die Lissaer Lutheraner fühlten sich noch nach Jahren als Guhrauer, die in Zduny (Krs. Krotoschien) als Reichenbacher.

Nach Fraustadt flüchteten zu damaliger Zeit ebenfalls Evangelische aus Guhrau.

Nach Brätz, Meseritz, Schwerin/Warthe und Prittisch retteten sich 1628 die Einwohner von Züllichau und Schwiebus.

Auch in Storchnest und Görchen ließen sich evangelische Schlesier nieder. Ebenfalls wird Bojanowo, Obersitzko und Schlichtingsheim aufgeführt.

Der Westen der Provinz Posen war seit 1628 bevorzugtes Ziel für die Niederlassung von evangelischen Flüchtlingen. Sie haben dies mit der Hoffnung einer baldigen Rückkehr verbunden. In Bomst, Chlastawe und in Bentschen finden wir evangelische Flüchtlinge. Nach Wollstein kommen Bedrängte aus Freistadt (Schlesien). Auch nach dem 30 jährigen Krieg war die Flucht der Evangelischen aus den Habsburger Landen nicht beendet.

Der polnisch-schwedische Krieg von 1655 – 1660 unterbrach die Zuwanderung nach Polen. Polen kämpfte um die Schwedische Königskrone. Da den Evangelischen eine Zusammenarbeit mit den Schweden unterstellt wurde, verfolgte man diese. Sie flohen teilweise wieder zurück. So auch die evangelische Kirchengemeinde Wollstein. Die Kirche wurde verwüstet und stand vier Jahre leer. Die Kirchensachen hatte die Gemeinde in der Sakristei der evangelischen Kirche in Züllichau zur Aufbewahrung hinterlegt. Nach 1660 holte der Wollsteiner Grundherr die Gemeinde zurück. Im Jahre 1661 nahm die Stadt Kempen im Süden der Provinz wieder Flüchtlinge auf. Der Grundherr von Rakwitz gründete im Jahre 1662 die Stadt „Polnisch Freistadt“ – später Rakwitz. Hier haben evangelische Flüchtlinge aus Freistadt in Niederschlesien eine Bleibe gefunden. Im Jahre 1661 folgte Christoph von Unruh mit „Unruhstadt“ und 1671in Birnbaum mit der „Lindenvorstadt“ zur Aufnahme von evangelischen Glaubensflüchtlingen

Zuzug von evangelischen Flüchtlingen war dort, wo auch eine evangelische Kirche tätig sein durfte. Eine Ausnahme waren die Städte Posen und Kosten. Hier durften die Evangelischen keine Kirche bauen. Sie mussten zum Gottesdienstbesuch in die Nachbarorte. Die Posener u.a. nach Schwersenz bzw. Kosten nach Schmiegel.

Aber nicht nur deutschstämmige Flüchtlinge kamen nach Polen. Auch Ungarn und Schotten haben in dieser Zeit hier Zuflucht gesucht. Hat der Forscher festgestellt, dass in der Familie ein ungarischer oder schottischer (Mac) Name auftaucht, könnte es tatsächlich stimmen.

Der nordische Krieg von 1700 – 1721 hat viele Pestopfer gefordert. Allein Wollstein hatte im Jahre 1709 mehr als 1.400 tote Menschen zu beklagen. Rakwitz war fast leer. Nur 8 Familien überlebten. Das Dorf Rothenburg war ausgestorben. Auf den übrigen Dörfern war es nicht besser. Wer Familienforschung betreibt, wird sicher an diesem Zeitraum oft scheitern. Aber hat er das Jahr 1700 unterschritten, so gehört der Vorfahr sicher zu den „Flüchtlingen“ aus Glaubensgründen.

Eine neue Welle der Einwanderung setzte ein nach der Pest von 1709. Es wurden die Hauländereien von den polnischen Grundherren in unserer Region gegründet. Als Städte entstanden u.a. Neutomischel, Rothenburg a.d.Obra. Leider sind in den Gründungsurkunden der Dörfer oft die Namen der Siedler angegeben, aber nicht woher sie kamen.

Im Jahre 1938 wurde von Alfred Lattermann eine „Einführung in die deutsche Sippenforschung in Polen und dem preußischen Osten“ – 2. Auflage – herausgegeben. Hier sind alle Kirchenkreise erfasst und vorhandene kirchliche Register aufgeführt (Taufen, Heiraten, Sterbedaten). Register, die  durch den 2. WK nicht verloren gegangen sind, befinden sich in einem Posener Archiv.

Die „Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V. (AGoFF) ist im Internet zugänglich. Unter Provinz Posen findet der Forscher viele wertvolle Hinweise.

Weitere Fundstellen habe ich ausgewertet in: Wollsteiner Kirchenchronik (Heft 4 der „Wollsteiner Aufsätze“) Rakwitzer Kirchenchronik, Historisches Ortsverzeichnis der Provinz Posen, Stadtchronik Unruhstadt und Karge, Reiseführer Ort und Kloster Obra, Posener evangelische Kirche/ihre Gemeinden und Pfarrer. H.E.


….etwas über den „Neutomischler Hopfen“

Bei der Suche nach einer geeigneten Beilage zur „Neutomischler Hopfenzeitung“ habe ich in alten Unterlagen eines Familienforschers interessante Beiträge zum Hopfenanbau in der

Region Neutomischel gefunden. Die Bedeutung des Hopfenbaues in dieser Region für Preußen wird der Leser an einigen Zahlen erkennen, die hier ebenfalls veröffentlicht werden.

Unter der Überschrift „Der Hopfenanbau bei Neutomyschel“ hat im Jahre 1879 die Zeitung „Der Bierbrauer“ über einige Fakten zum Neutomischler Hopfen berichtet. Die Rechtschreibung ist aus dem Jahre 1885.

Die Stadt Neutomischel wurde im Jahre 1755 (Falsch: 1788) durch deutsche Einwanderer evangelischer Konfession, welche Brandenburg infolge der dort stattfindenden Rekrutenaushebung verlassen hatten, gegründet. Der polnische Grundherr Felix von Szotdry-Szoldrski, Besitzer der Herrschaft „Tomysl“ (seit 1755!), hatte sie aufgenommen und ihnen einen ungefähr eine Quadratmeile(1) großen Landstrich, aus Urwald und Sümpfen bestehend, angewiesen, um denselben urbar zu machen. Die Erlaubnis, sich selbst leichtes Bier als Ersatz für das sumpfige und ungenießbare Wasser, brauen zu dürfen, veranlaßte sie zum Hopfenanbau.

Der Aufschwung der Brauereien in benachbarter Umgebung trug erst später dazu bei, die Hopfenkultur, die sich anfänglich nur auf den eigenen Bedarf erstreckte, zu vergrößern, ebenso die Parzellierung der größeren Ländereien an kleinere Besitzer. Bei Verleihung solcher Parzellen wurde von dem Erbherren, der selbst Brauerei betrieb, eine jährliche Abgabe von Hopfen als Erbpacht festgesetzt und so eine Vergrößerung des Hopfenanbaues angebahnt, dessen Erträge jedoch bis 1837 sich jährlich auf ca. 500 Ctr. beliefen.

Im genannten Jahre trat jedoch eine neue Epoche für den dortigen Hopfenanbau ein, von welcher Zeit her sich auch der Name „Neutomyschler Hopfen“ datiert. Im Herbst jenen Jahres kam ein Kaufmann, Jakob Flatau aus Posen, nach Neutomyschel. Eine gründliche Kenntniß der erforderlichen Beschaffenheit veredelten Hopfens überzeugte denselben, daß dem dortigen Hopfenbau eine große Zukunft bevorstehen könnte. Zunächst richtete er sein Augenmerk darauf, eine bessere Kultivierung des Hopfens einzuführen, dann Hopfensätzlinge vom Ausland zu beziehen und den Neutomyschler Hopfen unter seinem wirklichen Namen im Auslande bekannt zu machen. Nach großer Mühe gelang es ihm, die falschen Vorurtheile und den althergebrachten Schlendrian beim Hopfenbau zu besiegen und dem Fabrikate Absatz zu verschaffen.

Die Erträge steigerten sich von Jahr zu Jahr; im Jahre 1860 beschäftigten sich von 10.000 Einwohnern (der Region) ca. 1.000 Personen mit dem Anbau von Hopfen, es wurden auf ca. 6000 M.(2) Morgen 20.000 Ctr. Hopfen gewonnen, obgleich der Ernteertrag nur ¾ einer normalen Ernte war. Für den Centner wurden durchschnittlich 330 Mark erzielt und ein Kapital von 6 600 000 Mark kam einer Bevölkerung von circa 10.000 Seelen zugute. Wenngleich solche enorme Erträge nicht jedes Jahr erzielt wurden, so nahm von da ab der Hopfenbau doch immer größere Dimensionen an, er verbreitete sich jetzt über die Kreise Buk, Bomst (Wollstein) und Meseritz. Der ärmste Kreis der Provinz Posen (der Buker) hat sich durch die Hopfenkultur zum Wohlstande heraufgeschwungen, ohne demselben von Seiten der Staatsregierung die geringste Unterstützung zutheil geworden.

Der Hopfenbau um Neutomyschel ist bis jetzt der einzige in Preußen, der so segensvoll vorwärts schreitet. Mögen andere Gegenden unseres Vaterlandes diesem Beispiele folgen und namentlich die Provinz Pommern, zumal die Stadt Pölitz seit langer Zeit den Beweis geliefert hat, daß auch Hopfenbau mit lohnendem Erfolg betrieben werden kann. Dieselbe produziert jährlich ca. 1000 Ctr. auf ca. 300 M. Morgen und stellt sich die Durchschnittseinnahme auf jährlich 90.000 Mark.

(1) Preußische Meile ca. 7.500 m, polnische Meile ca. 8.500 m 

(2) M. Morgen – das M kann ich nicht erklären. Könnte mit einem Magdeburger Maß zusammenhängen.

In gleicher Zeitung, Jahrgang 1892, wird u.a. berichtet über die Anbaugebiete in Preußen im Jahre 1890:
-         
Reg.Bez. Posen hatte eine Anbaufläche von 1.784 ha und geerntet je ha  2,43 dz

-         Reg.Bez. Magdeburg  eine Anbaufläche von   849 ha und geerntet je ha  7,13 dz

-         Reg.Bez. Lüneburg     eine Anbaufläche von   161 ha und geerntet je ha  3.77 dz

In ganz Preußen gab es eine Anbaufläche von 3.648 ha, die sich auf 24 Regierungsbezirke verteilte. Der Erntedurchschnitt lag bei 4,2 DZ je ha. Sie sehen die erheblichen Schwankungen im Ernteergebnis – zwischen 2,43 und 7,13 dz.

 

In den Reg. Bezirken Posen und Magdeburg war die Hauptanbaufläche des Hopfens in Preußen. Die Anbauflächen ab 20 ha in den Regierungsbezirken Posen und Magdeburg lag in 2 Städten und 25 Landgemeinden. Für die Provinz Posen sind es die Stadt Tierschtiegel und 16 Landgemeinden. Hierzu gehören:

Kreis Meseritz:

Stadt Tirschtiegel       71,5 ha          Ernte: 4 dz/ha

Eschenwalde    30 ha     Ernte: 3,0  dz/ha      Friedenau  106,9 ha          Ernte: 1,7 dz/ha

Friedenhorst     32,9 ha  Ernte: 1,5 dz/ha         Grubske          24,0 ha    Ernte: 1,85 dz/ha

Schierzig Hld.  30,0 ha  Ernte: 1,75 dz/ha 

Die Dörfer Grubske und Friedenau kamen nach 1919 zum Krs. Neutomischel.

Kreis Neutomischel 

Albertoske         45,7 ha    Ernte: 0,50  dz/ha                       Cichagura  40,0 ha   Ernte: 3,0 dz/ha

Glinau   .           86,5 ha    Ernte: 1,5 dz/ha            Konkolewo 38,4 ha                  Ernte: 1,0 dz/ha

Nicht leserlich   94,4 ha    Ernte: 1,0 dz/ha            Scherlanke 64,2 ha                  Ernte: 1,0 dz/ha

Sontop               23,0 ha   Ernte: 1,0 dz/ha            Zinskowo   46,9 ha                   Ernte: 1,4 dz/ha

Die Orte Albertoske und Konkolewo nach 1885 Krs. Grätz.

Krs. Bomst (Wollstein)

Alt Borui          69,0 ha   Ernte: 2,0 dz/ha             Neu Borui   110,0 ha                  Ernte: 4,0 dz/ha

Scharke            40,0 ha   Ernte: 2,0 dz/ha

 

Nicht nur die Erträge waren jährlich unterschiedlich ausgefallen, auch die Preise stiegen auf und ab. Für den Hopfen zahlten die Händler im Jahre

1881         180 – 300 Mark pro dz.             1882 bis zu 800 Mark pro dz.

1883         300 – 500 Mark pro dz               1884 150 – 180 Mark pro dz

1885         200 Mark für beste Qualität – Rest ab 20 Mark aufwärts pro dz

Die Arbeit im Hopfenfeld war reichlich und anstrengend. Alles war Handarbeit.

Im Jahre 1893 haben die 3 Kreise 97 % der Posener Hopfenernte eingefahren. Der Kreis Neutomischel 3.210 dz, Krs. Meseritz 2.073 dz und der Krs. Bomst (Wollstein) 1.902 dz.

Für die Landwirtschaft dieser Region war der Hopfen von großer Bedeutung.

 

Mit Beginn des 1. Weltkrieges brach der Hopfenanbau ein und mit dem Ende des Krieges war der Anbau fast nicht mehr vorhanden. Er erholte sich langsam wieder, erreichte aber nicht mehr die Bedeutung, die er einmal hatte. Im Jahre 1936 hatte er wieder 3.366 ha erreicht. Zum Ende des 2. Weltkrieges waren nur noch 5 % der Flächen von 1939 vorhanden. Es musste ein Neuanfang begonnen werden. Heute sehen wir bei unseren Busfahrten nach Wollstein wieder Hopfenfelder besetzt mit Gerüsthopfen. Lange Bäume in regelmäßigen Abständen in der Erde vergraben, die oben mit Draht miteinander verbunden sind. An diesen Drähten wird ein Band von der Erde kommend angebunden und die lange Hopfenpflanze kann daran nach oben wachsen. Beim Stangenhopfen hat jede Pflanze eine Stange. Der Aufwand ist zu groß und sehr Arbeitsreich bei der Ernte.

Fundstellen: Die Zeitung „Der Bierbrauer“ Jahrgänge 1879,1885,1890 und „Brauwelt“1961.

…und dazwischen Neutomischel, Historisches Ortsverzeichnis für die Provinz Posen, Verzeichnis der Hauländereien in der Provinz Posen. Bilder: Archiv HKW. H.E.

Der Hopfen wurde von Händlern in Säcke verpackt, auf Fuhrwerke geladen und zum Versand zum Bahnhof gefahren. Hier wahrscheinlich der Bahnhof Neutomischel oder das Lager eines Hopfenhändlers in Neutomischel. Wer kann hierzu etwas sagen?

Der Hopfen wurde vom Feld auf den Hof gebracht, die Dolden gepflückt und getrocknet, bevor sie in Neutomischel zum Verkauf kamen. Typisch das Gebäude mit den Lüftungssteinen und den großen Lüftungsklappen. Rechts oben der Taubenschlag, der auf fast jedem Bauernhof war. Baujahr zwischen den Klappen: 1928. Im Jahre 1927 war das große Feuer im Dorf.  Dieses Bild entstand in Komorowo Hauland/Neugrade im Kreis Wollstein. Wer weiß wer die Personen sind?

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Termine  Termine  Termine

Adventspreisschießen und Skat des Schützenvereins Nestau und Umgebung in Suhlendorf Gastahaus Wöbse am 01.12.2018  - Beginn 14.00 Uhr

Unsere Adventsfeier am 09.12 2018 feiern wir wieder in Uelzen/Veerßen im Hotel „Deutsche Eiche“. Beitrag für Kaffee und Kuchen 8,-- €:

Saalöffnung um 13.00 Uhr - Beginn 14.00 Uhr – Ende ca 16.30 Uhr.

 

Bitte anmelden bei Werner Gierke 0581-15286 oder Siegfried Rosenau Tel. 0581 - 16323.

Sie erhalten keine weitere Mitteilung zur Adventsfeier!

Geschichtsseminar des Deutschen Geschichtsvereins (DGV) des Posener Landes e.V.

Findet statt vom 08.02. – 10.02.2019 in Bad Bevensen/Medingen.

Die Themen behandeln die Geschichte der Provinz Posen bzw. aus der Neuzeit.

Die Teilnehmerkosten betragen 110,-- € für Unterkunft, Verpflegung und Seminarkosten.

Ausschreibung ab 01.11.2017 kann beim Heimatkreis angefordert werden. Unverbindliche Voranmeldung kann bereits jetzt an den Heimatkreis abgegeben werden.

Treck-Erinnerungsfrühstück

Das immer mehr besuchte Frühstück erfreut sich großer Beliebtheit. Dort wird nicht nur gefrühstückt, sondern jeder hat Zeit, neue Heimatfreunde kennenzulernen, in kurzen Vorträgen kleine geschichtliche Begebenheiten aus dem Kreis Wollstein zu hören und womöglich von Ihrem Nachbar/Nachbarin zu erfahren, dass Sie noch über die Urgroßmutter verwandt sind.

Am16.02.2019 treffen wir uns wieder in Suhlendorf, Krs. Uelzen im Gasthaus Wöbse (Dorfmitte). Beginn 09.30 Uhr. Es kostet 12,-- €. Anmeldung erforderlich – s.oben.

Mitgliederversammlung 2019

Die Mitgliederversammlung ist für den 06.04.2017 in Suhlendorf geplant. Mitglieder erhalten eine gesonderte Einladung.

Vielleicht überlegt sich noch manch ein Heimatfreund, Mitglied zu werden. Mit 25,-- € Jahresbeitrag wären Sie dabei.

Fahrt nach Wollstein 2019 Sie ist für die Zeit vom 30.05. – 02.06.2019 geplant. Mindestteilnehmerzahl 35 Personen. Unverbindliche Voranmeldungen können Interessenten bereits jetzt über unsere Kontaktseite abgeben.


 












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