Heimatkreis Wollstein e.V.
                                                   Historischer Verein Wollstein und Umgebung 

 

 

Wollsteiner Zeitung Nr.: 2/2020 

 

Liebe Mitglieder, liebe Wollsteiner und Neutomischler Heimatfreunde, 

traditionsgemäß steht in unserer Wollsteiner Zeitung im Herbst auf dieser Seite immer die Einladung zum jährlichen Heimattreffen im kommenden Oktober. Doch diesmal - nach 75 Jahren Flucht und Vertreibung - ist alles anders. Dieses „Anders“ trifft uns nicht allein. Ein kleines Virus hat die Veranstaltungskalender bei allen Vereinen durcheinandergebracht. Auch andere Vereine, die Wirtschaft, Urlaubsfahrten und Familienfeiern sind von den erlassenen Einschränkungen im täglichen Leben betroffen. Das Virus macht für uns keine Ausnahme. Daher hat der Vorstand beschlossen, das Heimattreffen nicht durchzuführen. Es fällt aus. Ob wir gemeinsam Advent feiern werden, können wir noch nicht zusagen. Corona wird die Vorgaben machen. Wir sehen auch hier noch keine Möglichkeit. Wenn ja, werden wir Sie kurzfristig informieren. 

Die Pandemie (eine weltweit verbreitete ansteckende Krankheit) hat uns alle überrascht. Vor allem steht das Corona-Virus (Covid 19) für uns als ein unsichtbarer Gegner überall bereit. Daher mussten wir bereits Veranstaltungen absagen (Mitgliederversammlung, Busausflug, Fahrt nach Wollstein). Für Bewegungen und Veranstaltungen im öffentlichen Raum wurden erhebliche Verbote oder Einschränkungen von den Behörden erlassen. Da unser Heimattreffen ohne „Tuchfühlung“ und „Nähe“ der Besucher nicht machbar ist, wollen wir lieber kein Risiko eingehen. Diese Regelungen werden wohl – wir befürchten es - auch noch bei der Adventsfeier gelten.

  Aber wir haben in dieser Situation einiges dazugelernt. Wir wissen jetzt was ein „Lockdown“, ein „Hots Spot“, ein „Positiver Test“ oder „Negativer Test“ ist, wir haben auch die Abkürzung „RKI“ (Robert-Koch-Institut) entziffert. Auch wird die Abkürzung „WHO“ für so manchen Bürger bekannt geworden sein. Überwiegend unbekannt war der Begriff „Vakzine“. Es ist ein Impfstoff aus lebenden oder abgetöteten Krankheitserregern.

Wir wollen hoffen, dass ein Impfstoff zur Bekämpfung des Corona-Virus bald gefunden wird, damit für viele Menschen der jetzt einsame Alltag wieder zu einem lebendigen Tag wird.

Der Vorstand wünscht Ihnen weiterhin alles Gute, vor allem Gesundheit und grüßt Sie herzlich in heimatlicher Verbundenheit.
Horst Eckert     Klaus-D. Stein   Gudrun Backeberg     Klaus-D. Leber
              Hannelore Leber     Werner Gierke    Sigfried Rosenau

 

Kurznachrichten aus dem Heimatkreis

Hat die Corona-Pandemie manchen Verein oder manche Einrichtung lahmgelegt, so hat der Heimatkreis durch Wegfall von mehreren Veranstaltungen nur etwas mehr Ruhe gehabt, aber den Betrieb konnten wir nicht einstellen. In dieser Zeit haben wir 2 Vorstandssitzungen durchgeführt, in der Heimatstube die 4 Tischvitrinen umgestaltet, den Zylinder in einer Vitrine gut sichtbar ausgestellt und für die Ausstellungsstücke die Texte verfasst. Interessante Briefumschläge mit Postanschriften aus dem Kreise Wollstein können Sie dort sehen und die Wollsteiner Dauerausstellung. 
Das Handwerksmuseum in Suhlendorf ist geöffnet Dienstag – Sonntag von 10.00 – 17.00 Uhr bis zum 31.10.2020.

Das Heft 9 der Wollsteiner Aufsätze (s. Anlage) hat erhöhten Einsatz gefordert. Dafür haben wir die Wollsteiner Zeitung um ein paar Seiten gekürzt. Die verschiedenen Aufsätze und Berichte im Heft 9 (es sind 10 Titel) werden den Leser entschädigen.

Für 2021 haben wir das Heft 10 geplant. Haben Sie Beiträge, die wir in das Heft 10aufnehmen können?  
Seien Sie mutig und schreiben Sie!

Das wir unser Heimattreffen nicht durchführen können, bedauern wir sehr. Die Treffen sind immer menschliche Begegnungen, die den Zusammenhalt der Gemeinschaft fördern. Sie sind auch eine Vermittlungsbörse für Neuigkeiten in den Familien und der ehemaligen Dorfgemeinschaft. Vielleicht greifen Sie einfach einmal zum Telefon und rufen den an, den Sie beim Heimattreffen gerne gesprochen hätten. So könnten Sie ein Heimattreffen zu zweit machen. Eine Videokonferenz können wir leider nicht anbieten. Dazu fehlt uns die Technik und das Wissen.

 

Mitgliedschaft im Heimatkreis Wollstein e.V. (HKW) – Historischer Verein Wollstein und Umgebung –

Mit der neuen Satzung des Heimatkreises vom 06.04.2019 haben wir die Möglichkeit der Mitgliedschaft erweitert, weil wir den Wünschen von nicht im Kreis Wollstein geborenen Heimatfreunden nicht gerecht werden konnten.
Daher besagt der letzte Satz im § 2 der Satzung:
Er (der Heimatkreis) ist der Zusammenschluss der Deutschen und seiner Nachkommen aus dem ehemaligen Kreis Wollstein (heute Wolsztyn, Polen) und seiner ehemaligen Nachbarregionen.
Dieser Zusatz regelt auch die Möglichkeit der Mitgliedschaft aus dem Kreise Bomst (Altreich), Neutomischel, Grätz, Kosten und Lissa. Andere Bewerber können förderndes Mitglied werden.
Der Untertitel des Vereinsnamens – Historischer Verein Wollstein und Umgebung – ist unserer erweiterten Arbeit geschuldet. Z.B. sind unsere Fahrten nach Wollstein seit Jahren schon Studienfahrten und unsere Wollsteiner Zeitung und die Wollsteiner Aufsätze vermitteln seit Jahren schon die Geschichte unserer Vorfahren. Dies musste satzungsmäßig erfasst werden.

Neues aus dem Kreis Wolsztyn/Wollstein

Die Corona-Krise im Kreis hat nur 9 Personen infiziert. In der Stadt Wollstein und seinen Ortsteilen keinen. Veranstaltungen sind überwiegend, wie bei uns, abgesagt. Es gibt auch dort Probleme mit Menschen, die sich nicht an die Regeln halten wollen.
Die Stadtverwaltung in Rakwitz ist vor ca. 2 Jahren umgezogen in das renovierte Herrenhaus (Schloss). Sicher eine gute Entscheidung. Gut und Herrenhaus gehörte einem polnischen Adeligen, dem Grafen von Czarnecki. Das Gut hatte eine Größe von 1.231 ha, davon 620  ha Acker 307 ha Wiesen und 258 ha Forst.
Das Wollsteiner Herrenhaus (Schloss), welches als Hotel umgebaut ist, steht immer noch leer. Der Verkauf an den ehemaligen Besitzer, dem polnischen Grafen Mielenski scheiterte. Das Gut hierzu  hatte eine Fläche von 1439 ha. Acker 498 ha, wiesen 127 ha und Forst 320 ha.
Der Bahnhof in Wollstein ist eine Großbaustelle. Noch in diesem Jahr soll die Fertigstellung erfolgen. Der Stadt kostet der Neubau 12,7 Mill. Zloty. Hiervon erhalten sie als Zuschuss von der EU 4,2 Mill. Zlt. Bilder können im Internet unter „Parowozy.com PL“ angesehen werden. 
Der Straßenausbau in Wollstein geht weiter. Ab Feuerwehrkreuzung in Richtung Langenweiler (Adamowo) wird die Straße rundum erneuert einschließlich Straßenbeleuchtung und Leerrohre für die Kabel zur digitalen Erschließung. Die nächste Straßenbaustelle ist beim Finanzamt (grünes Haus). Hier entsteht ein Verkehrskreisel.
Die evangelische Kirche in Wollstein hatte am 23.08.2020 (Sonntag) die erste Messe und auch das erste Konzert nach der Renovierung.. Jährlich finden im August auf der alten Orgel vier gut besuchte Konzerte mit Orgel und Trompete statt. Die Orgel hat die Kirchengemeinde 1831 aus Züllichau erworben. Sie war bereits 250 Jahre alt. Der Abbau in Züllichau und der Wiederaufbau in Wollstein war teurer als der Kaufpreis.
Die Gemeinde Zodyn (Deutsch Zodien) erhält eine Umgehungsstraße. An der Planung wird noch gearbeitet. Mit dieser Umgehungsstrasse entfällt der Durchgangsverkehr (LKW’s) nach Posen (Mautflüchtlinge).
Doch die bereits eingestellte Eisenbahnstrecke von Wollstein nach Züllichau wird schon teilweise abgebaut. Die anliegenden Gemeinden hatten eine Wiederbelebung der stillgelegten Strecke beantragt. Ohne Erfolg.
Das Herrenhaus (Schloss) in Köbnitz (Chobienice) wurde zu einem Nobelhotel mit erträglichen Preisen umgebaut. Wir haben bei unseren Busfahrten wiederholt die Ruine bewundert. Es gehörte dem polnischen Grafen Mielzinski. Das dazu gehörige Gut hatte eine Größe von 2030 ha. Hiervon waren Acker 773 ha, Wiesen 60 ha und Forst 818 ha.
Alle polnischen Güter waren 1939 durch das Deutsche Reich enteignet worden. Der polnische Sozialismus hat das nicht rückgängig gemacht. Auch nicht der Staat Polen nach der politischen Wende. Diese Regelung kennen wir auch bei uns nach Auflösung der „DDR“.

Familienforschung

Vor wenigen Tagen erreichte mich per Post ein Buch über eine umfangreiche Familienforschung, das vielleicht auch für den einen oder anderen von unseren Familienforscher interessant sein könnte. Es handelt sich um den Namen „Fraschke“ – „Frasca“. Die Familie stammt aus Lodz. Bei der Forschung stellte sich heraus, dass der Name auch in der Provinz Posen beheimatet ist.
Der Titel des Buches: „Fraska – der Laubzweig“: ISBN: 978-3-7504-9258-5
Preis lt. Internet 28,50 €
Verfasser: Waldemar Fraschke Friedrich-Ebert-Str. 51 B 93051 Regensburg

 

Termine   Termine   Termine

 

06.12.2020 ist die Adventsfeier geplant. Sie erhalten zu gegebener ein entsprechende Information. Beginn um 14.00 Uhr. Anmeldung bei  Werner Gierke 0581-15286 oder Horst Eckert 05821-7666

12.02. – 14.02.2021 Geschichtsseminar zur Geschichte der Provinz Posen. Programmkönnen Sie ab November beim HKW anfordern.    

20.02.2021 Das 11.  Treckererinnerungsfrühstück – Beginn 09.30 Uhr Gasthaus Wöbse  in Suhlendorf -  Ende 13.00 Uhr. Anmeldung bei Werner Gierke Tel. 0581-15286 oder Horst Eckert 05821-7666

27.03. oder 17.04.2021 um 10.30 Uhr Mitgliederversammlung in Suhlendorf, gemeinsames Mittagessen und anschließendem Busausflug. Am Busausflug können auch Nichtmitglieder teilnehmen.

13.05. -16.05. 2021 Fahrt nach Wollstein. Vorrang bei dieser Fahrt haben die Anmeldungen von 2020. Voranmeldungen auf frei werdende Plätze können schon jetzt eingereicht werden. Die Voranmeldungen sind unverbindlich! Erst nach Zugang der Ausschreibung und Abgabe der Anmeldung sind Sie angemeldet.

 

Dieses Schriftstück haben wir als Kopie im Archiv des Heimatkreises.

 Noch im April 1944 bemängelte die Kreisleitung der NSDAP des Kreises Wollstein, dass der Germanisierungsprozess im Amtsbezirk Rakwitz nicht den Vorstellungen der NSDAP entsprach. Dass die Geburtenrate der polnischen Bevölkerungsmehrheit  in anderen Teilen des Kreises Wollstein niedriger lag als die der deutschen Minderheit, war nicht nur dem Heiratsverbot für Polen, ihrer Deportation und Zwangsarbeit vorwiegend junger Menschen geschuldet, sondern auch anderen kriegsbedingten Faktoren, u.a. dem Zuzug volksdeutscher Umsiedlerfamilien.



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