Heimatkreis Wollstein e.V.
                                                   Historischer Verein Wollstein und Umgebung 

  

Wollsteiner Zeitung Nr.: 2/2022


Nr. 2 / 2022 35. Jahrgang

Einladung

zum gemeinsamen Heimattreffen

des Heimatkreises Wollstein e.V. und Neutomischel vom

01.10. – 02.10.2022

Achtung      Unser Programm hat erhebliche Änderungen

01.10.2022 Heimattreffen in Uelzen, OT Veerßen Soltauer Str. 14 – Hotel Deutsche Eiche (Richtung Soltau) Tel. 0581-9055-0

Beginn mit Grützwurstessen um 12.30 Uhr  - Saalöffnung um 11.00 Uhr

Statt Grützwurst ist Schnitzel mit Pilzen möglich

ANMELDUNG bei Klaus-Dieter Leber Tel. 05821-7499  oder Horst Eckert Tel. 05821-7666

bis Dienstag, den 27.09.2022. Spätere Anmeldungen auf Anfrage.

AUCH zum Heimattreffen ohne Grützwurstessen ANMELDEN Tel. siehe vorher. 

Saalöffnung für Heimattreffen ohne Grützwurstessen 13.30 Uhr

Offizielle Begrüßung und Feierstunde um 14.00 Uhr und

mit einem kleinen Vortrag zur Geschichte des Kreises Wollstein

Kaffee und Kuchen ab 15.30 Uhr

Kosten: für Eintritt, Grützwurstessen, Kaffee und Kuchen 15,-- € 

Kosten ohne Grützwurst:  für Eintritt einschließlich Kaffee und Kuchen 8,-- €

Ende 17.00 Uhr

Achtung: beachten Sie bitte die aktuellen Corona-Regeln. Wir kennen diese heute noch nicht.

Ab 17.00 Mitgliederversammlung des HKW– Die Mitglieder erhalten eine Einladung!

02.10.2022  Besuch der Wollsteiner Heimatstube von 10.30 – 12.30 Uhr in 

                    29562 Suhlendorf, Mühlenweg 15 (Handwerksmuseum)-Eintritt 3,-- €.

          Bitte dazu anmelden. Anschließend besteht die Möglichkeit, im Restaurant Waldmühle 

        die Mittagsmahlzeit einzunehmen.

Zu allen Veranstaltungen sind unsere Heimatfreunde aus dem Kreise Neutomischel (NT) herzlichst eingeladen. Am 01.10.2022 sind für die NT Heimatfreunde auf dem Saal Tische reserviert.

Bitte mit Frau Braband vorher absprechen– Tel.: 05105-61154

Der Vorstand des Heimatkreises Wollstein e.V. und der HK Neutomischel freuen sich auf Ihren Besuch.

Horst Eckert - Klaus-Dieter Stein - Gudrun Backeberg - Klaus – D. Leber

Hannelore Leber - Werner Gierke - Siegfried Rosenau

Heimatkreis Neutomischel: Renate Braband

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Herausgeber : Heimatkreis Wollstein e.V. - Historischer Verein Wollstein und Umgebung -

Geschäftsstelle: Horst Eckert Am Pathsberg 23 29549 Bad Bevensen

Bankverbindung: Spark. Uelzen Lüchow-Dannenberg IBAN:DE07 2585 0110 0000 031369

BIC NOLADE21UEL (auch Spendenkonto) -  St.-Nr.: FinAmt Uelzen 47/219/00766Vereinsregister: AG Lüneburg  NZS VR 140235 – Internet: www.heimatkreis-wollstein.de


Das Heimattreffen, welches zwei Jahre in Folge nicht stattfinden konnte, kann nur wieder ein Erfolg werden, wenn auch Sie dafür werben und sich mit ehemaligen Nachbarn aus der Heimat verabreden. Machen Sie also Werbung unter Verwandten und Freunden. Eine telefonische Erinnerung und eine Verabredung sind wirkungsvoll. Platz haben wir auf dem Saal. 

Kostenlose Parkplätze finden die Teilnehmer gegenüber dem Hotel, vor dem Hotel auf den Parkstreifen der Bundesstraße und hinter dem Hotel (Zufahrt über die Friedrich-Seßelberg –Straße).

Übernachtungen sind im Hotel möglich – Tel.: 0581 – 9055-0. Fragen Sie nach einem „Wochenendangebot“.  Anreise ab Freitag.

Wollsteiner Heimatstube - Am Sonntag, dem 02.10.2022, wollen wir in Suhlendorf ab 10.30 bis 12.30 Uhr die Heimatstube besuchen. Hier können Sie die Auslagen der Heimatstube besichtigen und anschließend im Restaurant „Waldmühle“ Mittagessen. 

Auf dem Büchertisch finden Sie unsere Wollsteiner Aufsätze und andere Literatur aus unserer Region. Auch aus der Provinz Posen!

Die Geschichte der Posener Landkreise und kreisfreien Städte

Nur noch wenige Exemplare – fragen Sie am Büchertisch oder bestellen Sie per Post. 17,80 € plus Porto und Verpackung.

Heimatkreis Wollstein e.V.

Besuche, Gespräche und Besichtigungen führten Mitglieder des Vorstandes und Beisitzer vom 14.07. – 17.07.2022 in Wollstein (Wolsztyn) und im Landkreis durch.

In den letzten drei Jahren konnte keine Studienfahrt des Heimatkreises Wollstein e.V. (HKW) nach Wollstein durchgeführt werden. Bei diesen Fahrten haben wir immer mit Kommunen, Vereinen, Institutionen und Kontaktpersonen Themen der gemeinsamen Aktivitäten abgestimmt. Damit diese Kontakte und Aktivitäten nicht abbrechen, beschloss der Vorstand für dieses Jahr, dass eine Abordnung des Vorstandes nach Wollstein fährt. Ein reichhaltiges Programm wurde vorab erarbeitet, damit das Ziel der Fahrt auch erreicht wird. Geplant war die Fahrt mit 8 Teilnehmern. Leider waren 2 Person kurzfristig ausgefallen. Die Fahrt wurde mit einem gemieteten VW – Bus durchgeführt. Da es sich um einen „Arbeitsbesuch“ und nicht um eine Studienfahrt handelte, erhielten wir von der für Westpreußen, Posenerland, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien zuständigen Kulturreferentin in Warburg bei Münster/Westf. – Frau Oxfort – einen Kostenzuschuss. 

Die Fahrt führte über Züllichau (Sulechow), Unruhstadt (Kargowa) Kopnitz (Kopanica) – hier wurde die Obra überquert, die auch die Reichsgrenze von 1937 war – nach 2 Kilometern (Km) erreichten wir  Paulswiese (Jaromirz).  Der erste Besuch galt der Gärtnerei Brudlo, bei dem wir drei Blumenschalen kauften. Die Reiseteilnehmer hatten die Gelegenheit, die großen Gewächshäuser zu besichtigen und die über 90 Jahre alte Senior-Chefin informierte sich bei uns in fließendem Deutsch über die Deutschen Nachbarn aus Paulswiese. Beim Besuch auf dem Friedhof in Paulswiese wurde eine Blumenschale abgesetzt. Leider war das Gras auf dem Friedhof noch nicht gemäht. In der Gärtnerei konnten wir eine Mitarbeiterin bitten, die Blumen in den nächsten Tagen noch einmal zu gießen.

Weiter ging die Fahrt über Deutschsodin (Zodin – Deutsch Zodin) nach Lehfelde (Powodowo). Wir besuchten hier den evangelischen Friedhof und das Mausoleum der Familie Lehfeldt. Das Umfeld um den Gedenkstein und vor dem Mausoleum machte einen gepflegten Eindruck. Eine weitere Schale haben wir hier abgestellt. 

Nach kurzer Anfahrt erreichten wir Gr. Nelke, blieben auf der Umgehungsstraße, umrundeten die Stadt Wollstein und bogen in die Lindenstraße ein (ul. Lipowa), an der der letzte evangelische Friedhof der Stadt Wollstein liegt. Noch vor der Wende hat die Stadt den Friedhof in einen Park umgestaltet. Wir fanden hier alles sauber und gepflegt vor und stellten neben dem großen Gedenkstein die Blumenschale nieder. Der Stein ist ein Findling, der in der Flur von Mühlental bei Bauarbeiten gefunden wurde.

Anschließend fuhren wir in das Hotel Kaukaska, um unser Quartier zu beziehen und uns etwas auszuruhen. 

Bereits um 17.00 Uhr waren wir mit dem Herrn Probst in der ehemaligen evangelischen Kirche verabredet. Er stellte uns die renovierte Kirche vor. Vom Heizkörper bis zur Decke ist alles in hellen Farben gestaltet, was dem Inneren der Kirche ein freundliches Bild gibt. Für die Renovierung haben Mitglieder und andere Heimatfreunde zweckgebunden 6.000 € gespendet.  Bereits vorher konnten wir zweckgebundene Spenden für die Neueindeckung des Kirchendaches in Höhe von 3.000,-- € und für die Renovierung der Kirchturmuhr 1.300 € übergeben. Ob das Dach erneuert werden musste, haben wir durch Begehung des Dachbodens von unserem Mitglied Dachdeckermeister Eggers (+) aus Bad Bevensen prüfen lassen. Ergebnis: es ist dringend. Doch unsere erste Maßnahme in der Kirche war im Jahre 1989 die Finanzierung des Verlegens der Gedenktafeln für die Gefallenen des 1. Weltkrieges in Höhe von 1.000 DM. Waren sie am Haupteingang aufgestellt, finden sie die Tafeln jetzt an den 2 Nebeneingängen. Auf den zwei gut erhaltenen Marmortafeln findet der Besucher 146 Namen von Gefallenen Kirchenmitglieder aus dem Kirchspiel. Der letzte Gefallene war Major Neßler aus Wollstein bei den Grenzschutzkämpfen in Wollstein am 08.01.1919. Der Herr Probst bedankte sich noch einmal für die Spende. Eine Turmbesteigung war leider nicht möglich, da der Außenring auf dem Turm verregnet und das Dach „glatt“ war (Absturzgefahr). Früher haben Mitglieder des Posaunenchores an Silvester mit einem Musikstück das alte Jahr verabschiedet und das Neue Jahr begrüßt.

Zu Fuß ging es zum Termin am 15.07.22 um 10.00 Uhr beim Bürgermeister im Rathaus. Unterwegs gab es Informationen zur Bebauung. Wo heute das Hotel Kaukaska in der „ul. Poniatowskiego“ steht, früher „Unruhstädter Straße“,   stand Vetters Mühle. Genutzt wurde die Wasserkraft von der daneben fließenden Doyca. Ein altes Bild zeigt die Mühle als Sägemühle. Auf der rechten Seite steht das ehemaligen Amtsgericht und auf der linken Seite das mehrstöckige Gebäude der ehemaligen Zigarrenfabrik. Davon gab es im Kreis Wollstein mehrere Fabriken. Es war zur preußischen Zeit eine „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“. In der Heimatstube können sie noch eine Zigarrenkiste mit der Aufschrift „Wollsteiner“ entdecken. Während des 2. Weltkrieges (WK) war dort die „Geheime Staatspolizei“ (Gestapo) untergebracht.

Die ehemalige kath. Präparandenanstalt und die Lehrerbildungsanstalt (LBA) von 1880 sind heute Lyzeum (Gymnasium). Sie war während des 1. und  2. WK teilweise ein Reservelazarett. Die Anstalt für die evangelischen Lehramtskandidaten war in Unruhstadt. Am Wollsteiner Lyzeum werden heute die Wettbewerbe für die Deutsch-Klassen durchgeführt, an denen wir uns mit Preisgeldern beteiligen. Links der Straße war die polnische Warengenossenschaft, das Lehrerwohnhaus für die LBA und das Haus mit den Holzornamenten am Straßengiebel war ein Mädchenwaisenhaus der ev. Kirche. Das Gebäude rechts der Straße mit dem Uhrenturm war bis 1919 das Realgymnasium. Während des 2. WK beherbergte es das Robert-Koch-Gymnasium. Die Schüler aus dieser Zeit haben für 1.500 DM die Turmuhr reparieren lassen.

 

Wir erreichen die Bahngleise mit dem neu erbauten Bahnhof. Er hat eine Besonderheit: kommt ein Zug, wird die Straße mit einer Schranke gesperrt, weil auf dem Bahnhof zum Halt der Züge nicht genug  Platz vorhanden ist. Die Lok steht auf der Straße. Wegen der Wartezeit wurde für die Fußgänger kein Tunnel, sondern eine Brücke gebaut. Wir gingen über  die Gleise und nicht über Treppe, weil diese repariert wird und befanden uns dann in der „ul. 5 Stycznia“ früher „Königsstraße“. Nach wenigen Metern haben wir das Postamt erreicht, welche zur preußischen Zeit immer neben oder in der Nähe eines Bahnhofs errichtet wurden. So hatte die Post kurze Wege zum Postwagon der Bahn. 

Das preußische Ständehaus folgt dem Postgebäude. Im 19. Jahrhundert wurde es Verwaltungssitz des Landrates, was es nach einer Erweiterung jetzt noch ist. Rechts daneben entstand 1905 eine Villa mit Büroräumen für den preußischen Landrat. Gegenüber dem Postamt befand sich der alte polnische Friedhof, auf dem im 2. WK Offiziere der Roten Armee beigesetzt wurden. Sie sollten nicht im Feindesland (Deutschland) beerdigt werden.

Der 1. evangelische Friedhof in der Stadt Wollstein, auf dem die Stadt einen Gedenkstein gesetzt hat, entdeckt der Besucher ebenfalls. Der Heimatkreis hat vor wenigen Jahren für die alte umgestürzte Friedhofslinde eine neue gepflanzt. Nun erreichten wir die evangelische Kirche mit dem gegenüber liegendem großen Pfarrhaus. Die ehemalige deutsche Privatschule bis 1939 musste einem Neubau (Ladenzentrum) weichen und das kirchliche „Siechenhaus“ wurde zu einem Wohnhaus umgebaut.


Vorbei an dem früheren Hotel Victoria, der Musikschule und der Westbank (deutsche Genossenschaftsbank) zur „Poznanska“ (früher „Posener Straße“). Hier war u.a. am See die deutsche Genossenschaft (heute Sportzentrum) die Firma Eisenschulz, Seilermeister Sachweh, die Gärtnerei Tauschke und die Synagoge.  Über den Marktplatz mit seinem Wasserspiel erreichten wir den Eingang zum Rathaus. In den letzten Jahren wurde ein Anbau vorgenommen und damit mehr Büroräume geschaffen. U.a. ist hier das Standesamt untergebracht. Vor dem 1. WK befand sich noch das Amtsgericht und die Stadtsparkasse in den Räumen des kleinen Rathauses.

Im Rathaus wurden wir vom Bürgermeister der Stadt Wolsztyn, Herrn Lis begrüßt. Anwesend war auch der Wojt von Siedlec (Scheltz). Der Landrat war verhindert.

Es wurden u.a. folgende Punkte erörtert:

  • Einladung der Kommunalpolitiker zu einem Besuch in den Kreis Uelzen – das Thema wird in einer Dienstbesprechung vorgetragen. Grundsätzlich ja.
  • Einladung der Museumsleiter – muss der Bürgermeister mit den 3 Museen abklären.
  • Schüleraustausch fällt in den Schulträger Landkreis. Mit dem entsprechenden Lehrer wurde ebenfalls gesprochen. Die Schule ist weiter daran interessiert, den Austausch nach der Pandemie wieder aufzunehmen.
  • Das Niederlegen von Blumen am Totensonntag an den Gedenksteinen auf den ev. Friedhöfen soll durch die Ortsvorsteher organisiert werden. Wir, bzw. die Stadt Wollstein haben 15 Gedenksteine auf Friedhöfen gesetzt, die alle durch Spenden ermöglicht wurden.
  • ….und weitere Kleinigkeit.
  • Mit dem Wojt von Siedlec wurde vereinbart, dass in Borui ein Gedenkstein gesetzt werden darf. Neben der Gedenkplatte soll zusätzlich eine Hinweistafel zur gemeinsamen deutsch – polnischen Geschichte aufgestellt werden, auf der dargestellt wird, dass es auch unter Polen und Deutschen Gemeinsamkeiten gab. Er betonte, dass es ein gemeinsames Miteinander gab. 


Im Robert-Koch-Museum trafen wir den Generalsekretär des Vereins „Wissenschaftlicher Verein Namens Robert Koch“ in Wollstein, Herrn Koziolek und den Museumsleiter Herrn Adamczak. Der Generalsekretär unterrichtete uns darüber, dass jährlich eine wissenschaftliche Tagung mit aktuellen wissenschaftlichen Gesundheitsthemen stattfindet. Leider sind die Vorträge nur in polnischer Sprache. In einigen Bereichen des Museums sind Renovierungsmaßnahmen fällig. 

Der Museumsleiter informierte über die Vergrößerung der Ausstellung in den Räumen der 1. Etage, den ehemaligen Wohnräumen der Familie Koch. Unsere Anregung vor einigen Jahren, eine Ausstellung mit Werken des Malers Kallmann durchzuführen, war vor 3 Jahren gelungen. Der Vater von Kallmannn war der letzte königliche Kreisarzt des Landkreises. Kallmann ist in Wollstein geboren. Im Ismaninger Schloß bei München ist bereits ein „Kallmann-Museum durch die Stadt Ismaning eingerichtet.

Am Nachmittag führte uns die Besichtigungsfahrt zum Friedhof nach Boruja (Mühlengraben-Dorf Borui). Auf diesem Friedhof sind noch viele Grabmale mit deutschen Inschriften aus dem 19. Jahrhundert erhalten.  Der Friedhof wurde schon 2 - mal von einer Berufsschule aus Wollstein und Berufsschülern aus Uelzen (BBS I) unter Leitung des Schulpastors gereinigt. In diesem Zusammenhang hat der HKW mit der BBSI in Uelzen bereits vor 3 Jahren ein Gespräch zum gemeinsamen Arbeiten auf dem Friedhof angeregt. Es hat in diesem Jahr ein Besuch mit Programm stattgefunden (s. Bericht). Zu einem gemeinsamen Gespräch BBS I - HKW hat der Direktor der BBS I eingeladen. 

Bei dem Besuch in Kirchplatz (Boruja Koscielna) wurden die Renovierungsarbeiten an der Kirche vorgestellt. Dies waren die Außenwände der Kirche und die Dacheindeckung. Mit einer zweckgebundenen Spende von 1.000 € haben wir die Renovierung unterstützt. Leider war der Pfarrer erkrankt. Nach der Messe haben wir das Innere der Kirche besichtigt und keine Veränderungen vorgefunden. Nach 1945 erhielt die Kirche eine Apsis (Altarraum). Das Baumaterial dafür soll von der ehemaligen Kirche der Altlutheraner aus Neuborui stammen.

Die Rückfahrt führte uns über   Nowa Boruja (Neuborui/Neuhopfengarten), ein Dorf in der Streusiedlung und fast ohne Mittelpunkt. Die Kirche der Altlutheraner ist abgetragen und der an der Straße liegende Friedhof ist durch die Stadt Neutomischel freigelegt worden und mit einem großen Kreuz versehen. Die Region „Borui“ gehört zur Stadt und dem Landkreis Neutomischel. Weiterfahrt nach Jablonna (Jablone – Waldgabel), Komorowko (Komorowo Hauland – Neugrade), Blonsko (Blumerhauland) zur Ruchocki Mlyn (Ruchotscher Mühle). Der Bereich Ruchotscher Mühle gehörte zum Gut Wioska (Schlieffenwalde). Der See ist kein Natursee, er ist durch den Weg aufgestaut. Die Fläche des Sees wurde nach 1945 in 3 Teiche gegliedert und wird von einem Berufsfischer bewirtschaftet, der vorher 5 Jahre als Tischler in Deutschland gearbeitet hat. Die Ruchotscher Mühle war bis 1939 ein Ausflugsort der deutschen Privatschule aus Wollstein. Während des 2. WK befand sich hier ein Arbeitslager.

Die Rückfahrt ging über Karpicko (Karpitzko- Seeberg), wo Gastwirt Werner aus Rosche eine Gastwirtschaft hatte, vorbei am Wollsteiner Schloß und Krankenhaus zum Hotel.

Zum Abendessen haben wir den Berufsschullehrer Herrn Lemansky und den Lehrer am Lyzeum, Herrn Laskowski eingeladen. Herr Lemansky würde den Friedhof in Borui mit seinen Handwerkern (Schüler) herrichten (Holzzaun und Pfeiler aus Ziegelsteinen). Das „Wie“ muss noch einvernehmlich geregelt werden. Zuständig für diese Maßnahme im  HKW ist Herr Adam (Borui). Wir werden uns bemühen, dass auch die Berufsschule des Landkreises Uelzen sich mit Handwerker-Schülern beteiligt.

Herr Laskowski ist Deutschlehrer am Lyzeum in Wollstein und veranstaltet jährlich einen Wettbewerb in deutscher Sprache zur Geschichte Wollsteins und Umgebung. Ferner ist er der „Austauschlehrer“. Wir hatten ihn mit seinen Schülern bereits 3 x in Bad Bevensen. Den deutschen Anteil der Schüler zu dieser Begegnung stellte das Lessinggymnasium aus Uelzen. Wir konnten hierzu als Veranstaltungsort das „Gustaf-Stresemann-Institut“ in Medingen gewinnen. 

Herr Laskowski hat uns den diesjährigen Wettbewerb der Schüler mit deutschem Sprachunterricht vorgestellt. Jedes Jahr wird so ein Wettbewerb in deutscher Sprache durchgeführt. U.a. waren folgende Themen gestellt:  „Gab es bei Euch deutsche Nachbarn?“ und in diesem Jahr: „Was würde Prof. Dr. Robert Koch zur Pandemie sagen?“ Für beide Wettbewerbe hatte der HKW Preisgelder ausgelobt.

Der Samstag war den Besuchen in den Orten Rothenburg a.d.O., Rakwitz, Tarnowa (Tarnowo-Kampfheide) und dem Dorf Stare Widzim (Alt Widzim-Neßlersbrück) gewidmet.

In Rothenburg, Rakwitz und Alt Widzim haben wir vor Jahren auf den Friedhöfen Gedenksteine errichtet, an denen wir jetzt Blumenschalen abstellten. In Rakwitz ist die Besonderheit, dass der Stein vor dem Friedhof am ehemaligen Friedhofstor steht und dieser Bereich zu einer Schrebergartenanlage gehört.

Der Besuch in Tarnowo diente der Information über den Zustand des dortigen Friedhofes. Hier wurden 1939 mehrere Ortsbewohner durch polnische Behörden interniert, verschleppt und getötet. Es waren nicht deutsche Kampfflugzeuge. Hier wäre einmal zu klären, ob dort  auf dem Friedhof ebenfalls ein Gedenkstein gesetzt werden kann.

In dem Dorf Alt Widzim wurden 1945  42 deutsche Soldaten von Russen erschossen. Sie mussten von der nicht geflohenen deutschen Bevölkerung auf Ackerwagen gelegt, zum Friedhof gezogen und dort vergraben werden - nicht beerdigt. Ein Pferd für den Wagen bekamen sie nicht. Die Toten wurden vor wenigen Jahren auf unsere Anregung hin von Pomost geborgen und auf einem Soldatenfriedhof in Pommern beigesetzt. Auf dem Friedhof in Posen – Milostowo war im Bereich der Soldatengräber kein Platz mehr vorhanden.

Am Nachmittag wurden noch Besuche bei Bekannten oder in den Heimatdörfern der Eltern gemacht.

Abschließend muss gesagt werden, dass so eine Fahrt zur Kontaktpflege unerlässlich ist, da u.a.in den politischen Gremien der Kommunen, unsere Ansprechpartner, nach Wahlen neue Entscheidungsträger gewählt sind. GB

Tourist-Information in Wollstein

Sie finden die Tourist-Information nicht mehr im Robert-Koch-Haus. Sie wurde in den neuen Bahnhof in Wollstein verlegt. Hier können die Touristen Info-Material über die Stadt Wolsztyn einschließlich des Landkreises bekommen. Wichtig ist hier auch vorhandenes Kartenmaterial.

Informationen zur Besteigung des Kirchturms der ehemaligen evangelischen Kirche erhalten sie hier ebenfalls.

Besuch der Heimatstube

Beim Besuch der Heimatstube empfehlen wir Ihnen, einen Audio-Führer an der Kasse für 2,-- € auszuleihen. Dort sind erklärende Texte zur Ausstellung in der Heimatstube aufgespielt. Der Rundgang wird Ihnen mehr Wissen und Freude bereiten.

Grätzer Bier

In der letzten WZ hatte ich Ihnen berichtet, dass die Brauerei in Grätz wieder produziert. Mein Sohn hat mir von einer Fahrt nach Wollstein einige Flaschen zur Probe mitgebracht. Da ich nicht den Geschmack von früher kenne, muss ich feststellen, dass dieser etwas gewöhnungsbedürftig ist. Aber es liegt scheinbar daran, dass der Alkoholgehalt bei ca. 3 % liegt. Die „Berliner Weiße“ war im Geschmack ähnlich. Und die wurde, m.E. überwiegend mit süßem Saft abgeschmeckt. Das Bier ist in Flaschen zu 0,5 Litern abgefüllt. Der Preis je Flasche liegt bei 5-6 Zlt.. Für 1 € erhält man z.Zt. in Polen 4,70 Zlt. Bei unseren Busfahrten lag der Kurs immer zwischen 4,12 – 4,21 Zlt. Die Inflation existiert auch in Polen.

Fahrt nach Wollstein

Immer wieder werden wir gefragt, ob wieder eine Busfahrt nach Wollstein durchgeführt wird. Wir haben die Absicht es zu tun, doch wir haben Corona. Unsere Heimatfreunde kommen aus ganz Deutschland zur Mitfahrt. Für uns ist die Planung daher sehr  aufwendig. Haben wir alles zusammen, kommt wieder eine neue Regelung und alle Arbeit war vergebens. Wir haben die Vorstandsfahrt mit einem Kleinbus durchgeführt. Der Preis war angemessen. Die Neutomischler fahren privat nach Neutomischel und unternehmen dort unter Leitung die Programmpunkte gemeinsam.

Adventsfeier 2022 Termin: 2. Adventssonntag 04.12.2022 Beginn: 14.00 Uhr Ort: Uelzen OT Veerßen Hotel „Deutsche Eiche“ Soltauer Str. 14. Anmeldung erforderlich bei - siehe Telefon für das Heimattreffen.

Westbank Wollstein

Die Westbank in Wollstein war eine deutsche Genossenschaftsbank. Sie wurde nach dem 1. WK gegründet und löste die Spar- und Leihkasse in Wollstein ab, die seit 1869 bestand und nach dem 1. WK aufgelöst wurde. Dem HKW liegen die Jahresabschlüsse der Westbank von 1927 – 1938 und für das Jahr 1943 vor. Die Geschäftsberichte für diese Jahre bilden eine interessante Information über die damalige wirtschaftliche Lage in unserer Region. Zum Einzugsbereich der Westbank gehörte auch die Region Neutomischel. Die Bank hatte 307 Genossen im Jahre 1927 im Jahre 1938 waren es 694 Genossen und im Jahre 1943 - jetzt Reichsmarkwährung - 1.030 Genossen.

Der Umsatz der Bank im Jahre 1938 ist von 39.591.223,84 (1937)  auf 41.544.253,53 Zlt. gestiegen.

Die Spareinlagen sind 1938 von 3.436.215,06 (1937) auf 3.792.933,50 Zlt. angewachsen.

Aus Platzgründen kann ich heute nur die Verantwortlichen der Bank aus dem Jahre 1938 vorstellen.

Zur Erinnerung: Beim Bau der Friedhofskapelle in Rothenburg 1936/37 wurden an Handwerker 2,-- bis 4,-- Zlt. pro Tag Lohn gezahlt.


Herausgeber : Heimatkreis Wollstein e.V. 

-Historischer Verein Wollstein und Umgebung-

Geschäftsstelle: Horst Eckert Am Pathsberg 23 29549 Bad Bevensen

Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg IBAN:DE07 2585 0110 0000 031369 BIC NOLADE21UEL 

StNr.: Finanzamt Uelzen 47/219/00766 – VR AG LG NZS VR 140235