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Kreis Wollstein

 


 

 

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Bildmaterial aus der Sammlung von Horst Eckert (Heimatstube Heimatkreis Wollstein)

1252
   
Erste Erwähnung als Dorf des Ritters Rakon
1407
 
Ein Pfarrer wird in Urkunden genannt
1541  
Das Dorf gehört dem Adligen Ossowski, der sich zum Luthertum bekennt. Eine evangelische Kirche ist vorhanden (Martinskirche).
1603  
Neuer Grundherr ist Krzysztof Grzymultowski. In Rakwitz gibt es nur einen Katholiken.Alle anderen Einwohner sind „Dissidenten“ (evangelisch).
1618  
Während des 30 jährigen Krieges kommen Flüchtlinge aus Brandenburg und Schlesien (Böhmen) nach Rakwitz.
1655
 
dringen schwedische Truppen nach Großpolen (Prov. Posen) und auch Rakwitz ein. Der Krieg verwüstet Westpolen. Viele Dörfer liegen brach und sind entvölkert. Der Grundherr des Dorfes Rakoniewice erwirkt beim polnischen König
1662
 
Eine neue ev.Kirche wird erbaut und der erste lutherische Pastor Christoph Eckardt berufen. Die alte ev. Kirche wechselte vorher zurück zur kath. Kirchengemeinde.
1695   Neuer Grundherr von Polnisch-Freystadt wird der polnische Adlige Maciej Radomicki.
1696   ? Der neue Grundherr erneuert das Privileg für die Evangelischen Bürger der Stadt Polnisch Freystadt, aber belegt sie mit einer Abgabe an den kath. Probst. (1699 ?)
1698
  Am 1. Juni wird das Schützengilde-Privileg erstellt.
1699   Die Schneiderinnung wird gegründet.
1700   Die Schuhmacherinnung wird gegründet.
1705  
„Polnisch Freystadt“ verliert durch eine neue Gründungsurkunde den Namen und wird in „Rakoniewice“ - umbenannt.
1707   Die Schumacherinnung wird gegründet.
1708   Am 29. April brennt die Stadt ganz ab.
1708   Im Juli bricht die Pest aus. Wer nicht in die Wälder flüchtet, wird von der Pest hingerafft. Am Ende der Pest wohnten nur noch 5 Bürger in der Stadt.
1709   Die kath. Gemeinde baut sich eine neue Kirche.
1718  
Die Böttcherinnung wird gegründet. Zu ihr gehören die Böttcher, Rademacher und Stellmacher.
1729  
Neuer Grundherr wird Jerzy Sapiecha. Schwiegersohn von Radomicki. Die evangelische Gemeinde muß vom neuen Grundherrn das Recht zur freien Religionsausübung für 400 Reichstaler neu kaufen. Für das Privileg mußten zusätzlich 200 Dukaten gezahlt werden.
1750   steht mitten auf dem Markt ein 2 stöckiges hölzernes Rathaus.
1762  
feiert die evangelische Gemeinde den hundersten Jahrestag der Stadtgründung und die Errichtung der evangelischen Kirche.
1763  
wird die jetzige evangelische Kirche ( jetzt Feuerwehrmuseum ) heimlich gebaut. Als „Strafgeld“ mußten 200 Dukaten an das Posener kath.Konsistorium, 24 Dukaten an die kath.bischöflichliche Kommission und
100 Dukaten an die Erbfrau von Rakwitz gezahlt werden.
   

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Bildmaterial aus der Sammlung von Horst Eckert (Heimatstube Heimatkreis Wollstein)

1780   ist in Rak eine jüdische Gemeinde.
1781   erhält die evangelische Kirche einen Turm.
1782   wird Erbherr von Rakwitz Nikodem Wysogota Zakrzewski.
1793   Rakwitz wird bei der 2. Teilung Polens Preußisch.
1795   kommt Rakwitz zum Kreis Bomst - vorher Kreis Kosten.
1797  
wird die kath. Kirche abgerissen, die jetzige kath. Kirche errichtet und 1805 eingeweiht.
1797   erste Apotheke in Rakwitz
1807  
nach dem Tilsiter Frieden kommt Rakwitz zum Herzogtum Warschau.
1815  
Rakwitz wird wieder preußisch. Die Stadt zählt 1203 Einwohner. 1861 sind es 2042 Einwohner.
1826  
wird das Rathaus auf dem Markt wegen Baufälligkeit abgetragen.
1831  
wird das Verhältnis zum Erbherrn aufgehoben und durch die revidierte Städteordnung ersetzt.
1832   wird Rakwitz Zwischenstation für einen lebhafter internationalen Blutegelhandel. 4 - 5 Millionen wurden hier jährlich für Westeuropa durchgeschleußt. Bis 1849 dauert der Zwischenhandel.
1840   baut der polnische Graf Czarnecki in Rakwitz seinen Palast (Schloß). Im Jahre 1897  wird er umgebaut
1846   wird die Schützengilde neu gegründet. Ein Schützenhaus wird gebaut.
1869   bis 1872 ist Dr. Robert Koch in Rakwitz und hat die Praxis in der Poststr.13
1875   wird der Bau eines neuen evangelischen Pfarrhauses begonnen.
1877   vernichtet eine Feuersbrunst die hölzernen Weberhäuser in der Poststraße.
1880  
Rakwitz hat 2.157 Einwohner. Davon sind
- 1.352 evangelisch
- 648 katholisch
- 157 jüdisch
Die Stadt hat 221 Wohnhäuser, 2 Schulen, ein Postamt mit Telegraphenstation, zwei Kirchen und eine Synagoge.
1889   wieder eine Feuersbrunst. Betroffen ist die Christinenstraße.
1903   Die evangelische Kirche erhält eine neue Orgel.
1905  
Die Eisenbahn von Wollstein nach Grätz wird mit der Station Rakwitz eingeweiht.
1910   wird das Postgebäude gebaut.
1914  
Der 1. Weltkrieg bricht aus. In dieser Zeit wird die kath. Pfarrkirche umgebaut und vergrößert.
1917   Die zwei großen Glocken der ev. Kirche werden für Kriegszwecke eingeschmolzen. Im Jahre 1928 wurden zwei neue Glocken geweiht.
1918  
Rakwitz hat 2225 Einwohner
- 1205 Deutsche
- 947 Polen
- 73 Juden
1918  
Im evangelischen Kirchspiel Rakwitz sind 126 Gemeindeglieder im 1. WK gefallen (aus 15 Gemeinden).
1918   Am 22. Dezember gründet ein polnischer Leutnant in Rakwitz eine Aufständischenabteilung unter dem Namen „Gymnastikgesellschaft Sokol“.
1919  
Am 3. Januar wird Rakwitz von polnischen Aufständischen besetzt. Durch den Versailler Friedensvertrag wird der Kreis Bomst geteilt. Rakwitz wird polnisches Staatsgebiet.
1919  
Die evangelischen Gemeindeglieder im Kirchspiel Rakwitz betrugen vor 1918 = 3.000 Seelen. Durch Abwanderung und Verdrängung sinkt die Zahl auf 1.640 im Jahre 1929. In Rakwitz war bis 1919 eine deutsche Mehrheit. Sie sinkt auf 25 % ab.
1927  
Eine Feuersbrunst vernichtet nordwestlich des Marktes 9 historisch wertvolle Vorlaubenhäuser.
1934   Pastor Schulz wird  in den Stadtrat gewählt. Er ist der 1. Deutsche im Stadtrat nach 1919. Voraussetzung war, die polnische Sprache in Wort und Schrift.
   

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Bildmaterial aus der Sammlung von Horst Eckert (Heimatstube Heimatkreis Wollstein)

1939  
Der 2. WK bricht aus. Deutsche Zivilpersonen werden in Rakwitz von polnischen Behörden verhaftet, verschleppt und ermordet (23 aus dem Kirchspiel)). Am 7. September rücken die ersten Deutschen Soldaten in Rakwitz ein.
Jetzt werden die an der Verschleppung beteiligten Polen Opfer der nationalsozialistischen Gewalt.
1945  
Am 20. Januar wird der Räumungsbefehl für alle deutschen Einwohner bekanntgegeben:
     
 
   

„Rakwitz wird geräumt. Wer Gespann hat, fährt mit Gespann, wer kein Gespann hat, geht zu Fuß“.

Es ist Winter - es liegt Schnee - die Temperaturen ca. 20 Grad Minus.
Der zuständige Amtskommissar (Reichsdeutscher) war nicht in der Lage, die notwendigen Anordnungen zu treffen und hat nach Ausrufung des Räumungsbefehls die Stadt verlassen.
Die Räumung wird vom ev. Ortsgeistlichen, Pastor Karl Schulz, organisiert.

Bilder von Rakwitz/heute

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Freigegeben von Eberhard Stenschke

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