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Aktuelles vom Heimatkreis Wollstein e.V.

 

 

Jubiläumsfeier der „Wollsteiner“ in Wollstein (Wolsztyn)

Der Heimatkreis Wollstein e.V., Bad Bevensen, führt seit 1990 jedes Jahr für alle Heimatfreunde und Gäste Busfahrten in die alte Heimat mit Standort Wolsztyn (Wollstein) durch. Auf dem umfangreichen Programm der diesjährigen Reise vom 13.-17.05.2015 mit 57 Teilnehmern standen - neben Besichtigungen und einem Tagesausflug nach Posen auch Fahrten in und durch Orte des Ost-, Nord- und Südkreises sowie eine Fahrt mit der polnischen Bahn durch das beeindruckende flache und weitläufige Obra-Bruch.

Ein besonders herausragender Höhepunkt war jedoch die kleine Jubiläumsfeier am Samstagnachmit-tag, dem 16.05.15, in der ehem. evangelischen Kirche zu Wollstein, zu der der Heimatkreis eingeladen hatte. Den hierfür zu würdigenden Anlass boten die seit nunmehr 25 Jahren organisierten Busfahrten nach Wolsztyn und die damit geknüpften und stetig ausgebauten Kontakte zu den ehemaligen polnischen Nachbarn, den jetzigen Hof- und Hausbesitzern und in besonderer Weise auch zu Personen des öffentlichen Lebens wie Starost(Landrat), Bürgermeister, Woyt`s der Gemeinden und Persönlichkeiten von Kirche (Propst), Musikschule, Museum und weiteren Organisationen.

An der um 16 Uhr begonnenen Feierstunde hatten als polnische Gäste mitgewirkt bzw. teilgenommen:

Propst Majchrzak als Hausherr der jetzt katholischen Kirche, der neue Starost Franckowiak des Landkreises W., der ebenfalls neu gewählte Bürgermeister Lis der Stadt W., Herr Kosziolek von der Robert-Koch-Gesellschaft, Kirchenchöre von Wolsztyn und Rostarzewo (Rothenburg a.d.O.), Anna Bilska als Dolmetscherin. Darüber hinaus hatte sich eine ganze Reihe von weiteren interessierten polnischen Bürgern zu dieser Feierstunde eingefunden.

Nach einleitender Orgelmusik und herzlicher Begrüßung durch Reiseleiterin G.Backeberg in Vertretung des verhinderten Vorsitzenden des Heimatkreises W., Horst Eckert, sprach Propst Majchtzak sein Grußwort. Er freute sich sehr über das gemeinsame Treffen in dieser Kirche und dankte ganz besonders Herrn Eckert für seinen Einsatz und seine Unterstützung und auch seinen Heimatkreisfreunden für die Spenden zur Erhaltung des Gotteshauses. Nach Chorgesang und seinen anschließenden geistlichen Worten und dem Gebet für uns alle stellte Propst M. die weiteren dringend erforderlichen Restaurationsarbeiten des im Jahre 1832 nach den Plänen des Baumeisters Schinkel errichteten Kirchengebäudes vor. Nachdem dieses 115 Jahre bis 1945 den evangelischen Gläubigen für Sakramentshandlungen diente und daran anschließend bis heute 70 Jahre lang den Katholiken, könne man dem Jahre 2032 erwartungsvoll und optimistisch zu dem dann 200-jährigem Jubiläum der Kirche entgegensehen.

Die Festansprache des Vorsitzenden H. Eckert hielt sein Stellvertreter Kl.-D. Stein.

In der Ansprache wurde u.a. an die jährlichen Busfahrten seit 1990 nach Wolsztyn mit bisher rund 2000 Teilnehmern erinnert und die regelmäßigen Besuche der ehem. evangel. Kirche, in der bis 1945 deutsche evangelische Gemeindeglieder getauft - u.a. auch K.D. Stein und andere Mitreisende  konfirmiert und unsere Vorfahren getraut wurden. Die enge und besondere Bindung der ehem.

“Wollsteiner“ zu dieser Kirche zeigte sich auch durch bereitwillige Spenden für die abgeschlossene Kirchendachsanierung und für die Reparatur der Kirchturmuhr. Für die vorgesehene Restaurierung wurde zweckgebunden für ein Kirchenfenster ein namhafter Festbetrag als Spende für 2016 in Aus-sicht gestellt und hierauf umgehend als Anzahlung ein Geldbetrag übergeben, was die Anwesenden spontan mit Beifall bedachten.

Er erinnerte auch an die Anfänge der Kontaktaufnahmen des Vorsitzenden H. Eckert nach der Wende 1989/90 und die wertvolle Unterstützung durch den damaligen Bürgermeister Wosch von Wolsztyn und den dort ansässigen Geschäftsmann und Freund Z. Repinski. Dadurch eröffneten sich für viele ehem. Wollsteiner neue Möglichkeiten, ihre alte Heimat und ihre früheren polnischen Nachbarn wiederzusehen. Auf kommunaler Ebene ergaben sich nach ersten Gesprächen neue Perspektiven partnerschaftlicher Gemeinsamkeiten und Zusammenarbeit. Seit vielen Jahren bestehen gute Kontakte zur Stadt wie auch zum Landkreis Wolsztyn. Gegenseitige Informationsbesuche und gemeinsame Veranstaltungen in Wolsztyn bzw. im Kreise Uelzen konnten das Vertrauen und das Verständ-nis füreinander vertiefen. Genannt wurden beispielhaft die Besuche der Handwerker und Landwirte in Wolsztyn, der gemeinsame Expo-Besuch in Hannover im poln. Pavillon, die Partnerschaft des Heimatkreises mit dem Robert-Koch-Museum, die Mitgliedschaft in der Robert-Koch-Gesellschaft, das Aufstellen von Gedenksteinen auf vielen ehem. evangelischen Friedhöfen in der Stadt und dem Landkreis Wollstein

Erwähnt wurden auch die aufgenommenen Kontakte zu den Gemeinden Przement (Priment) und Siedlec (Scheltz) ebenso die Orte Paulswiese und Deutsch Zodyn. Auch mit den jetzt nicht mehr zum Landkreis Wollstein gehörenden Gemeinden Rakoniewice (Rakwitz) und Rostarzewo (Rothenburg) konnten positive Kontakte geknüpft und Gedenksteine aufgestellt werden.

Die fortschrittliche Entwicklung, die überall deutlich erkennbaren positiven Veränderungen und die freundschaftliche angenehme Zusammenarbeit wurde mit Lob, Dank und Anerkennung gegenüber den polnischen Gästen gewürdigt und die Hoffnung ausgesprochen, diese Partnerschaft weiterhin zu pflegen und auszubauen.

In ihren anschließenden Grußworten berichteten Starost Franckowiak, Bürgermeister Lis und Herr Kosziolek von der Robert-Koch-Gesellschaft über Themen und Vorhaben aus ihren jeweiligen Bereichen und über die auch aus deren Sicht sehr angenehme partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Heimatkreis Wollstein, die es in gegenseitigem Interesse fortzusetzen gilt.

Die Redenbeiträge im Verlauf der Feierstunde wurden musikalisch umrahmt von trefflich ausgewählten Sangesbeiträgen der Kirchenchöre von Wolsztyn und Rostarzewo. Auch die Heimatkreis-gemeinschaft der Wollsteiner konnte mit dem Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ zur gesanglichen Darbietung beitragen. Zum Abschluss wurde gemeinsam das Vaterunser auf Deutsch und Polnisch gesprochen.

Der anschließenden Einladung zum gemeinsamen Abendessen und gemütlichem Beisammensein im Hotel-Restaurant „Kaukaska“ sind auch mehr als 50 polnische Gäste gefolgt. Mit Freude und Dank ist ein unvergesslicher Tag zu Ende gegangen. S.R.

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