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Aktuelles vom Heimatkreis Wollstein e.V.

 

 

Treck-Erinnerungsfrühstück  des Heimatkreises Wollstein e.V. in Suhlendorf

Zur Erinnerung an die Flucht und Vertreibung und an das Ankommen im Februar 1945 in Suhlendorf  veranstaltet der Heimatkreis  jährlich  im Februar dieses Frühstück. Es war das 5. Frühstück, das Werner Gierke organisiert hatte. Und jedes Jahr sind mehr Teilnehmer gekommen.  Vor allem auch jüngere und auch neue – insgesamt konnte der Vorsitzende Horst Eckert  75 Personen  begrüßen.
Nach einem reichlichen Frühstück im Gasthaus Wöbse – es war 1945 die Verpflegungsstelle für die Wollsteiner Treckfahrer in Suhlendorf -   berichtete Erwin Sauer aus Gr. Naroschnik, Krs. Wollstein, als Zeitzeuge über die missglückte  Flucht der Familie. Nach der Besetzung durch die Rote Armee im Januar 1945 musste die Familie im Frühjahr den Hof verlassen. Ein Pole vom Bug hat den Hof übernommen. Für die Mutter gab es bald verschiedene Arbeitsstellen. Entlohnung war das Essen. Auch er als Kind fand bald eine Arbeit, damit der Hunger gestillt werden konnte. Dringend benötigte Schuhe  für ihn konnte die Mutter noch im November besorgen. Solange lief er barfuß.


Im Jahre 1948 kamen sie in das Lager Grune, von wo sie auf verschiedene landwirtschaftliche Betriebe zur Arbeit ausgeliehen wurden.  Schulbildung hat er in den Jahren nicht erhalten. Im Jahre 1949  kam die Ausweisung nach Deutschland. Die vier fehlenden Schuljahre hat er in Deutschland nicht erhalten.
Einen Rundbrief an alle Rakwitzer und Rothenburger a.d.Obra  evangelischen Gemeindeglieder von Pastor Dr. Karl Schulz, wurde von Annegret Tissler geb. Adam vorgetragen. Pastor Schulz berichtete über die damals schwierige Situation auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt, aber auch über die kirchlichen Veränderungen im Gottesdienst und deren Gebräuche. Gehörten wir doch jetzt hier in Niedersachsen  der evangelisch luth. Landeskirche an und nicht mehr zur Unierten Kirche.
Da das „Treckfahrerfrühstück“ oft mit „Treckerfahrer“  verwechselt wird, hat Herr Gierke eine Umbenennung vorgeschlagen:  „Treckfahrer – Erinnerungsfrühstück“. Der neue Name wurde akzeptiert.
Grußworte an die Anwesenden überbrachten der Bürgermeister von Suhlendorf, Hans-Heinrich Weichsel und der Vorsitzende des Handwerksmuseums, Christian Niemann.
Eine gelungene Begegnung endete um 12.30 Uhr. H.E.

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